Flames begeistern gegen Bietigheim

Vor knapp 1.200 Zuschauer in der Weststadthalle boten die Flames eine starke Leistung gegen den Deutschen Meister und verlustpunktfreien Tabellenführer SG BBM Bietigheim. Am Ende war es zwar die erwartete Niederlage, aber mit dem 27:32 (9:14) zogen sich die Flames der HSG Bensheim/Auerbach mehr als achtbar aus der Affäre.  Die Flames bleiben in der Tabelle auf dem achten Tabellenplatz, die SG BBM Bietigheim bleibt t nach neun absolvierten Spielen als einzige Mannschaft weiter ungeschlagen an der Tabellenspitze der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Beste Werferin bei den Flames war Lisa Friedberger mit 7/4 Toren, bei Bietigheim war Nationalspielerin Jenny Behrend mit 5 Toren am erfolgreichsten.

„Wir stehen heute zwar als Verlierer da, aber ich kann meiner Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Wir haben in den letzten Wochen zu Recht viel Kritik eingesteckt, denn wir haben keine guten Spiele gemacht. Wenn wir in einigen Spielen nur halb so gut, wie heute performt hätten, dann wäre vielleicht der eine oder andere Sieg mehr herausgesprungen. Heute haben wir gekämpft, haben versucht wieder die Tugenden herauszuholen mit Kampf und Leidenschaft. Von daher bin ich einfach nur happy, dass wir nur mit 5 Toren verloren haben. Es besteht ja immer die Gefahr gegen so eine souveräne Mannschaft, wenn die ins Rollen kommt, auch unterzugehen. Das musste diese Woche auch schon Dortmund erfahren, die mit 13 Toren verloren haben. Von daher bin ich froh, dass wir das heute so mit  Hilfe der Zuschauer gemeistert haben. Wir werden weiter hart arbeiten und werden jetzt nur paar Tage frei machen und dann haben wir ein ganz wichtiges Spiel in Bad Wildungen“, erklärt eine zufriedene Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

Zufrieden war auch SG BBM-Coach Markus Gaugisch: “ Es war ein schönes Spiel vor einer geilen Kulisse hier. Ich bin sehr zufrieden, weil wir es souverän gemeistert haben und den Abstand immer so gehalten haben, dass kein Stress aufkommt. Das ist hier in der Halle ja immer, weil es von Bensheim hier einfach geil gemacht wird, mit viel Emotionen und Tempo und das konnten wir in Griff halten. Wir sind froh, dass wir dieses Wahnsinnsjahr mit einem Sieg abgeschlossen haben“, so Gaugisch.

Nach einigen schwachen Auftritten in den letzten Wochen konnte sich das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm zum Jahresabschluss rehabilitieren und begeisterte als Underdog die Fans, die ihr Kommen nicht bereuten.

Die Flames hatten diesmal nichts zu verlieren, denn selbst der Deutsche Vizemeister und Pokalgegner der Flames im Viertelfinale, Borussia Dortmund, unterlag am zweiten Weihnachtsfeiertag mit 13 Toren.

Eine Viertelstunde konnten die Flames bis zum 6:7 Paroli bieten, dann setzte sich der TOP-Favorit vorentscheidend auf 6:12 (23.) ab. Die Flames kamen noch einmal bis auf vier Tore beim 9:13 (29.) durch Ndidi Agwunedu heran. Die ehemalige Flames-Spielerin Julia Maidhof erhöhte kurz danach auf den 9:14 Halbzeitstand.

In der zweiten Halbzeit konnte sich der Deutsche Meister zwischenzeitlich auf 8 Tore beim 11:19 (35.) und 17:25 (45.) jeweils durch Jenny Behrend absetzen, doch die Flames gaben nicht auf und konnten die zweite Halbzeit letztendlich unentschieden gestalten und durften sich über eine gute Leistung und eine tolle Stimmung in der Halle freuen.

Das 27:32 war am Ende ein Ergebnis mit dem beide Mannschaften einen schönen Jahresabschluss hatten.

Erfreulich war bei den Flames, dass Isabell Hurst in beiden Halbzeiten für paar Minuten ihr Comeback nach überstandener Schulterverletzung feiern konnte.

Bevor es in die Villa Lacus zur After Game Party ging wurde es nochmal emotional in der Halle, als Co-Trainerin Ilka Fickinger verabschiedet wurde, die nach insgesamt sieben Jahren bei den Flames in unterschiedlichen Funktionen, davon seit 6 Jahren als Co-Trainerin, nun beim 1. FSV Mainz 05 ein neues Kapitel aufschlägt und dort Chef-Trainerin des Zweitligisten wird.

Das nächste Spiel bestreiten die Flames am Samstag, 07.01.2023, in Bad Wildungen. Um 19:00 Uhr kommt es zum Hessenderby bei den Vipers.

HSG Bensheim/Auerbach:
Vanessa Fehr, Helen van Beurden – Amelie Berger (4), Isabell Hurst, Leonie Kockel (2), Lotta Heider (1), Myrthe Schoenaker(2), Elisa Stuttfeld, Alicia Soffel (2), Ndidi Agwunedu (2), Lisa Friedberger (7/4), Sarah van Gulik (1), Neele Orth, Lucie Kretzschmar, Lilli Holste (2), Dionne Visser (4).

 


Der Ligaprimus kommt zum Jahresabschluss

Das letzte Spiel des Jahres 2022 ist für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach nochmal ein ganz besonderes Spiel. Zum einen kommt mit der SG BBM Bietigheim der Deutsche Meister und verlustpunktfreie Ligaprimus in die Weststadthalle und zum anderen ist das letzte Spiel des Jahres auch für Ilka Fickinger ihr letztes Spiel als Co-Trainerin der Flames, die seit dieser Woche Chef-Trainerin des Zweitligisten 1. FSV Mainz 05 ist. Anwurf ist am Freitag um 19:30 Uhr.

Mit der SG BBM Bietigheim kommt die Übermannschaft der letzten Saison nach Bensheim. Bietigheim konnte in allen Wettbewerben, an denen sie teilnahmen, den Titel holen. Die Deutsche Meisterschaft wurde ohne Punktverlust gewonnen, ebenso holte man sich den Supercup und den DHB-Pokal und somit alle nationalen Titel. Zusätzlich gewann das Team aus dem Enztal den Europapokal.

Das Team von Trainer Markus Gaugisch ist auf allen Positionen mehrfach mit TOP-Spielerinnen besetzt. Zu diesen Spielerinnen gehören die ehemaligen Flammen Julia Maidhof, Kim Naidzinavicius und Antje Döll (geb. Lauenroth), die sich allerdings im Vorbereitungsspiel zur EHF EURO am Innenband verletzte und nach gut überstandener OP mehrere Wochen ausfällt.

Auf die Verletzung von Antje Döll reagierte Bietigheim und verpflichtete noch zwei Neuzugänge für die laufende Spielzeit 2022/23. Von VOC Amsterdam wechselte die niederländische Linksaußen Roos Daleman an die Enz, zudem erhielt Kreisläuferin Lea Grießer von der SG H2Ku Herrenberg ein Zweifachspielrecht.

Außerdem wurde kurz vor Weihnachten auch die noch Schweizer Nationalspielerin Kerstin Kündig von Viborg HK verpflichtet.

Auch diese Saison ist die SG BBM das Maß aller Dinge in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) und als einzige Mannschaft ohne Verlustpunkt. Auch gegen die beiden Verfolger konnte man sich durchsetzen. Beim Thüringer HC gewann Bietigheim am 27.11.22 mit 31:29 und am 2. Weihnachtstag setzte man sich vor fast 1.900 Zuschauern gegen den amtierenden Deutschen Vizemeister Borussia Dortmund souverän mit 35:22 durch.

Erfolgreichste Torschützinnen sind bisher die beiden deutschen Nationalspielerinnen Xenia Smits mit 39 Toren und Julia Maidhof mit 35/12 Toren, gefolgt von der niederländischen Nationalspielerin Kelly Dulfer mit 30 Toren.

Die Frage nach der Favoritenrolle stellt sich in dieser Begegnung nicht.

Es ist das leichteste Spiel des Jahres. Wir sind ohne Druck. Bietigheim hat am 26.12. ein klares Statement gesetzt und gegen den Tabellenzweiten mal eben mit dreizehn Toren gewonnen. Das ist schon mal eine klare Ansage. Es ist wieder David gegen Goliath. Wir haben nichts zu verlieren und haben gegen sie immer ganz gute Spiele gemacht. Ich erwarte von meinen Mädels, dass sie ganz befreit aufspielen und dass sie sich vom Kopf her mental vielleicht wieder ein bisschen Selbstvertrauen holen. Wenn du keinen Druck hast gewinnen zu müssen, tut uns das gut. Von daher freuen wir uns auf das Spiel. Es ist immer was Besonderes gegen so starke Gegner zu spielen und sich mit sehr guten Spielerinnen zu messen. Von daher freuen wir uns auf das Spiel und dann schauen wir was am Ende bei rauskommt“, sagt Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm mit Blick auf die Partie am Freitag.

Traditionell sind die Spiele am Jahresende in der HBF immer sehr gut besucht. Vor Corona war dies bei den Flames auch so und die Halle war voll besetzt. Die Flames hoffen, dass dieses Jahr auch wieder viele Fans in die Halle kommen – auch um Co-Trainerin Ilka Fickinger  von den Flames und den tollen Fans in der Weststadthalle gebührend zu verabschieden.

Co-Trainerin Ilka Fickinger neue Cheftrainerin in Mainz

Zweitligist 1. FSV Mainz 05 hat diese Woche Flames-Co-Trainerin Ilka Fickinger als Nachfolgerin für die zurückgetretene Nikoletta Nagy verpflichtet. Bevor sie nach dem Erwerb der A-Lizenz zur HSG Bensheim/Auerbach wechselte war sie von 2014 – 2016 Trainerin bei der TuS Kriftel und ist mit der Mannschaft von der Oberliga direkt in die 3. Liga aufgestiegen. 2016 wurde sie als Jugendkoordinatorin von der HSG Bensheim/Auerbach verpflichtet und übernahm als Trainerin mehrere Jugendmannschaften. Ab der Saison 2017/2018 war sie Co-Trainerin der Bundesligamannschaft. In dieser Zeit konnte Ilka Fickinger die Abschlüsse als EHF Handball Manager (2018) und EHF-Mastercoach (2019) erlangen. Seit dieser Saison ist sie außerdem Trainerin des Männerbezirksoberligisten TSV Pfungstadt, mit dem sie aktuell die Bezirksoberliga Hessen anführt.

Mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihren Weiterbildungen war es jetzt die logische Folge, dass sie den nächsten Schritt in ihrer Trainerlaufbahn geht. Und in Mainz trifft sie dabei auch auf einige ehemalige Flames-Spielerinnen, wie Christin Kühlborn oder Saskia Fackel, die letzte Saison noch das Flames-Trikot trugen oder auch Larissa Platen sowie die ehemaligen Jugend-Spielerinnen Lena Thoss, Tabea Coors und Rugile Bartaseviciute.

Karten für das Spiel gibt es noch online unter Tickets – Flames Handball (flames-handball.com) und an der Abendkasse.