RE-Start gegen den Buxtehuder SV

Nach der mehrwöchigen EM-Pause geht es endlich wieder los in der Handball Bundesliga Frauen (HBF).  Für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach geht es weiter mit dem dritten Heimspiel der laufenden Saison. Das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm trifft am ungewohnten Sonntag auf den Buxtehuder SV. Anwurf ist in der Weststadthalle um 16:00 Uhr. Die Zuschauer erwartet neben dem Spiel auch noch einige Aktionen. So gibt es eine Tombola mit hochwertigen Preisen, der limitierte Flames-Adventskalender ist in der Halle zu erwerben und DJ Marco Secchi sorgt für Musik und gute Stimmung beim Publikum.

Mit dem Buxtehuder SV kommt eines der TOP-Teams der HBF nach Bensheim. Das Team von Trainer Dirk Leun steht aktuell mit 7:3 Punkten auf Platz vier der Tabelle und sorgte am letzten Spieltag vor der Pause für eine Überraschung und bezwang den bis dahin ungeschlagenen Vize-Meister Borussia Dortmund mit 31:30. Die einzige Saisonniederlage musste der BSV nur gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer Thüringer HC (19:28) hinnehmen. Gegen Leverkusen spielte man Unentschieden (28:28) und gegen Blomberg (27:24) sowie in Halle (24:22) ging man als Sieger vom Platz.

Erfolgreichste Torschützin ist in dieser Saison bisher Isabelle Dölle mit 20/5 Toren, gefolgt von Charlotte Kähr mit 19/10 und Maxi Mühlner mit 18/9 Toren. Torfrau Marie Andresen liegt mit 52 Paraden auf Platz 2 hinter Yara Ten Holte (55) vom BVB Dortmund.

Die Statistik der bisherigen 14 Duelle ist eindeutig. In dreizehn Spielen ging der Buxtehuder SV als Sieger Platz. Den bisher einzigen Punktgewinn erzielten die Flames in der Saison 2020/21 beim 31:31 hier in der Weststadthalle.

„Buxtehude ist Favorit und auch die Statistik spricht gegen uns. Es gab ein Unentschieden und alle anderen Spiele haben wir gegen sie verloren. Nichtsdestotrotz sind wir gut gerüstet. Wir spielen zu Hause und wollen ein gutes Spiel machen. In den Vorbereitungsspielen haben wir gezeigt, dass wir mithalten können. Natürlich zählen die nicht und Buxte ist gut drauf. Sie haben ein großes Ausrufezeichen gesetzt, in dem sie Dortmund geschlagen haben. Damit hätte keiner vorher gerechnet. Dementsprechend wird einiges auf uns zukommen. Es ist seit langer Zeit endlich mal wieder ein Spiel und wir freuen uns drauf“, blickt Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm auf das erste Spiel nach der EM-Pause.

Mit 4:4 Punkten liegt ihr Team nach vier absolvierten Spielen auf dem achten Tabellenplatz. Während Buxtehude durch den Coup gegen Dortmund mit einem Sieg in die Pause ging, lief die letzte Partie vor der EM-Pause für die Flames mit der 30:36 Niederlage in Oldenburg weniger gut und man mit einem Negativerlebnis in die spielfreie Zeit gehen musste.

Die Niederlage wurde besprochen und ist verarbeitet. Man hat sich in den letzten Wochen neue Dinge erarbeitet und mit dem Training der zweiten Vorbereitung für den Rest der Saison war Heike Ahlgrimm zufrieden. Mit dabei waren auch die Langzeitverletzten Alicia Soffel und Neuzugang Amelie Berger. Beide Spielerinnen feiern gegen Buxtehude ihr Comeback.

„Wir werden alles versuchen, um die Punkte hier zu behalten. Das wird nicht einfach, das ist klar. Aber wenn wir lange dran sind, dann geht zu Hause immer was. Ich freue mich auch, dass Alice und Bergi nach ihren Verletzungen wieder dabei sind. Dadurch haben wir wieder paar Optionen mehr. Und dann schauen wir mal, dass wir ein geiles Spiel machen“, sagt Heike Ahlgrimm.

Die Flames rechnen am Sonntag mit mindestens 1000 Zuschauern. Eine besondere Ticketaktion gibt es auch. Wer um 14:00 Uhr bereits das Drittliga-Spiel der Junior Flames in der GSS-Halle besucht, zahlt einen ermäßigten Eintritt beim Bundesligaspiel.

 

 


Weibliche A-Jugend unterliegt dem Titelverteidiger

Am zweiten Spieltag gab es für die Weibliche A-Jugend der HSG Bensheim/Auerbach die erste Niederlage in der Jugendbundesliga (JBLH). Mit 20:22 (9:11) unterlag das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm in der Weststadthalle dem Titelverteidiger TSV Bayer 04 Leverkusen. Beste Torschützinnen bei den A-Flames waren Jana Haas (7/4) und Theresa Klink (5). Für Leverkusen trafen Judith Bona (7) und Mia König (5) am häufigsten.

Leverkusen führt durch den Sieg die Tabelle mit 4:0 Punkten an und hat die Teilnahme an der Meisterrunde fast sicher. Die Ersten und Zweiten der acht Gruppen schaffen den Einzug in die Meisterrunde (vier Vierergruppen). Die Weibliche A-Jugend  der HSG trifft am letzten Spieltag auf die TSG Ketsch, die mit 0:4 Punkten den letzten Tabellenplatz belegt. Mit einem Sieg gegen Ketsch (20.11.2022, 15:00 Uhr, GSS) hat Bensheim auf jeden Fall die Teilnahme an der Meisterrunde auch sicher.

Es war über 60 Minuten ein ständiges Auf und Ab in dieser Partie und die HSG hätte die Begegnung auch für sich entscheiden können. „Wir waren nah dran. Es wäre heute mehr drin gewesen“, ärgerte sich Heike Ahlgrimm.

Bensheim erwischte einen guten Start und lag nach 10 Minuten mit 5:3 vorne. Zwei Treffer von Judith Bona sorgten für den 5:5 Ausgleich (15.).  Ein verwandelter Siebenmeter von Jana Haas zum 6:5 (16.) sorgte wieder für die Führung. Durch einen 3:0-Lauf konnte Leverkusen nicht nur ausgleichen, sondern erstmals in Führung gehen und sogar auf einen Zwei-Tore-Vorsprung zum 6:8 (20.) erhöhen. Heike Ahlgrimm reagierte mit einer Auszeit. Theresa Klink und Jana Haas konnten wieder auf 9:9 (28.) egalisieren. Den Flames gelang in den letzten zwei Minuten jedoch kein Treffer mehr, während Leverkusen noch zweimal zum 9:11 einnetzte.

Leverkusen konnte direkt nach der Pause auf 9:12 (31.) erhöhen. Beim Stande von 12:13 (36.) und 13:14 (38.) war Bensheim wieder auf ein Tor dran und konnte durch den Treffer von Theresa Klink zum 17:17 (45.) und Sophia Ewald Zum 18:18 (47.) wieder ausgleichen.

Innerhalb von wenigen Minuten handelte sich das Team von Heike Ahlgrimm eine Zwei-Minuten-Strafe für Johanna Striening ein und vergab zudem zwei Siebenmeter in Folge durch Jana Haas. Leverkusen konnte wieder mit zwei Toren zum 18:20 (51.) in Führung gehen.

Die HSG konnte in der Schlussphase nur noch auf 19:20 (55.) und 20:21 (60.) durch Theresa Klink verkürzen, vergab aber in der Schlussphase auch noch frei Chancen. Mit dem Schlusspfiff erzielte Mia König den 20:22 Endstand.

„Wir haben vorne einfach zu viel liegen gelassen und diese Tore haben am Ende gefehlt. Mit der Abwehrleistung bin ich zufrieden, die war in Ordnung“, so Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

HSG Bensheim/Auerbach:
Johanna Haack, Jamila Sofia Tazayt – Marit Deitermann, Erin Yildirim, Chiara Schmitz, Jana Haas (7/4), Mia Klimpke (2), Luana Kappel, Johanna Striening (2), Katharina Labitzke, Zoe Davenport (1), Antonia Müller, Sophia Ewald (3) und Theresa Klink (5).


Jugendhandball: Der Titelverteidiger kommt nach Bensheim

Für die Weibliche A-Jugend der HSG Bensheim/Auerbach steht an diesem Wochenende (Samstag, 22.10.2022) der 2. Spieltag der Saison 2022/23 in der Jugendbundesliga (JBLH) auf dem Programm. Das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm empfängt um 16:00 Uhr in der Weststadthalle den Titelverteidiger TSV Bayer 04 Leverkusen.

Beide Mannschaften konnten den ersten Spieltag  erfolgreich bestreiten und führen die Tabelle der Vierergruppe an. Insgesamt 32 Mannschaften nehmen an der Saison 2022/23 der weiblichen A-Jugend-Bundesliga teil. Für die erste Saisonphase wurden die Teams in acht Vierer-Staffeln eingeteilt. Die Ersten und Zweiten der acht Gruppen schaffen den Einzug in die Meisterrunde (vier Vierergruppen).

Der amtierende Deutsche Meister aus Leverkusen gewann in eigener Halle 35:27 gegen die TSG Ketsch, das Team von Heike Ahlgrimm setzte sich auswärts mit 35:18 beim TV Nellingen durch.

Auch wenn es ein Heimspiel ist und sich die A-Jugend beim eigenen Junior Cup den Titel nach einem packenden Finale im Siebenmeterwerfen sichern konnte, ist Leverkusen eindeutig Favorit in dieser Begegnung.

„Leverkusen ist der Top-Favorit. Ich bin gespannt, wie sie spielen. Wir wissen nicht, ob Viola Leuchter dabei ist oder nicht, weil das Bundesligateam gleichzeitig spielt. Da lassen wir uns überraschen. Aber wir müssen uns nicht verstecken und wir werden alles in die Waagschale werfen und werden schauen, dass wir sie nochmal ärgern können. Das haben wir ja beim Turnier auch gemacht. Aber wir sind jetzt kein Favorit. Von daher können wir befreit aufspielen. Wir haben ein Heimspiel und wollen ein ordentliches Spiel machen. Wir wollen uns in jedem Spiel weiterentwickeln und dann schauen wir, was dabei rauskommt. Wir freuen uns, dass Johanna Haack jetzt spielberechtigt ist und uns hilft. Von daher: schauen wir mal“, so Heike Ahlgrimm.

Beim Turniersieg Anfang September fehlte bei Leverkusen U19-Nationalspielerin Viola Leuchter. Das sie diesmal dabei ist, ist ebenfalls eher unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Da die Werkselfen in der Bundesliga am Samstag in Zwickau spielen, würde ihnen allerdings dann ihre beste Torschützin fehlen. Leuchter hat bisher 25 Tore erzielt und belegt damit in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) aktuell Platz 7 der Scorer-Liste.

Definitiv in Bensheim dabei sein, wird aber  hingegen Junioren-Nationalspielerin Ariane Pfundstein. Die Kreisläuferin gab zwar nach Verletzung im Pokal letztes Wochenende ihr Comeback, soll aber an diesem Wochenende in der Jugendbundesliga weitere Spielpraxis sammeln.

Wer es nicht in die Halle schafft, der kann das Spiel auch im Livestream bei Solidsport verfolgen: https://solidsport.com/flames-ajbl/games/g/9vjn41z1


Jugendbundesliga: Saisonstart heute für weibliche A-Jugend in Nellingen

Für die Weibliche A-Jugend der HSG Bensheim/Auerbach startet heute (Samstag, 01.10.2022) die Saison 2022/23 in der Jugendbundesliga (JBLH). Das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm trifft dabei auswärts um 14:00 Uhr auf den TV Nellingen.

In der Gruppe 1 sind die weiteren Gegner die  TSG Ketsch 1902 und der TSV Bayer 04 Leverkusen.

Der Spielplan der A-JBLH:

Samstag, 01.10.2022  14:00 Uhr        TV Nellingen – HSG Bensheim/Auerbach

Samstag, 22.10.2022  16.00 Uhr        HSG Bensheim/Auerbach – TSV Bayer 04 Leverkusen

Sonntag, 20.11.2022  15:00 Uhr        HSG Bensheim/Auerbach – TSG Ketsch

Modus Jugendbundesliga weiblich

32 Mannschaften starten im September/Oktober in die Saison 2022/23 der weiblichen A-Jugend-Bundesliga. Für die erste Saisonphase wurden die Teams in acht Vierer-Staffeln eingeteilt. Die Ersten und Zweiten der acht Gruppen schaffen den Einzug in die Meisterrunde (vier Vierergruppen).

Wer die Meisterrunde auf Platz eins oder zwei abschließt, zieht ins Viertelfinale ein - und ist somit nur noch ein Schritt vom Final-Four um die Deutsche Meisterschaft entfernt. Die acht Vorrundendritten kämpfen im weiteren Saisonverlauf um den DHB-Pokal. Aus den beiden zu bildenden Viererstaffeln qualifiziert sich der jeweils Erste für das Endspiel.

Die beiden Finalisten des DHB-Pokals sowie die 16 Meisterrunden-Teilnehmer haben ihr Ticket für die A-Jugend-Bundesliga-Saison weiblich 2023/24 sicher.

Die Gruppen im Überblick:

  • Gruppe 1: HSG Bensheim/Auerbach, TSG Ketsch 1902, TSV Bayer 04 Leverkusen, TV Nellingen
  • Gruppe 2: Bergischer Handball Club 06, BV. Borussia 09 Dortmund, Rostocker Handball Club, VfL Bad Schwartau
  • Gruppe 3: DJK SF Budenheim, HSG Blomberg-Lippe, Thüringer Handball Club, TuS Königsdorf
  • Gruppe 4: Berliner TSC, SV Grün-Weiß Schwerin, SV Werder Bremen, TV Hannover-Badenstedt
  • Gruppe 5: BSV Sachsen Zwickau, Frankfurter Handball Club, HC Leipzig, HSG Bachgau
  • Gruppe 6: JSG Mundenheim/Rheingönheim, SG Kappelwindeck/Steinbach, Turnerschaft St. Tönis 1861, TV Aldekerk 07
  • Gruppe 7: Buxtehuder SV, Handewitter SV, HTV Hemer, VfL Oldenburg
  • Gruppe 8: HC Erlangen, HSG Würm-Mitte, SV Salamander Kornwestheim 1894, TSV Schwabmünchen

Transfercoup: Flames verpflichten Nationalspielerin Amelie Berger

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach sind noch einmal kurzfristig auf dem Transfermarkt tätig geworden und haben einen hochkarätigen Neuzugang verpflichtet. Nationalspielerin Amelie Berger, die nach ihrer Vertragsauflösung in Dortmund auf der Suche nach einem neuen Verein war, wechselt zu den Südhessen an die Bergstraße. Die 23jährige Linkshänderin unterschrieb einen Vertrag bis 30.06.2023.

Amelie Berger wurde in Tübingen geboren und begann im Alter von acht Jahren Handball zu spielen. Sie wechselte als Jugendspielerin im Sommer 2015 von ihrem Heimatverein SV 64 Zweibrücken zum TSV Bayer 04 Leverkusen. Mit der A-Jugend wurde sie 2016 und 2017 deutsche Vizemeisterin und 2018 konnte sie dann den Gewinn der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft feiern.

Bereits als 17jährige gab sie am 16. November 2016 sie ihr Debüt für Leverkusen in der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Im Sommer 2019 wechselte die Rechtsaußen zum Ligakonkurrenten SG BBM Bietigheim und gewann mit Bietigheim 2021 den DHB-Pokal. Ab der Spielzeit 2021/22 stand sie beim Ligakonkurrenten Borussia Dortmund unter Vertrag.

Amelie Berger durchlief alle DHB-Nachwuchsmannschaften und gehörte zum DHB-Elitekader. International spielte sie ihr erstes großes Turnier bei der U17-EM 2015 in Mazedonien. Teilnahmen bei der U20-WM 2016 in Russland, der U19-EM 2017 in Slowenien und der U20-WM 2018 in Ungarn folgten. Ihr Länderspieldebüt für die DHB-Auswahl feierte sie am 29.09.2018 in Dessau gegen Russland. Bisher bestritt sie 45 Länderspiele und erzielte dabei 87 Tore.

Aktuell arbeitet sie an ihrem Comeback nach dem im Februar erlittenen Kreuzbandriss im rechten Knie. 

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm ist glücklich über die Neuverpflichtung und freut sich auf die Zusammenarbeit mit der 1,70 m großen Außenspielerin. „Ich freue mich, dass Amelie zu uns kommt. Amelie hat einen Verein gesucht und wir geben ihr hier die Möglichkeit wieder in Ruhe fit zu werden. Es ist auch eine Auszeichnung für uns, dass sich eine Nationalspielerin für Bensheim entscheidet. Wir werden mit ihr geduldig arbeiten und ihr die Zeit geben, die sie benötigt, da sie ja aus einer Verletzung kommt. Wir werden Amelie dabei unterstützen und alles dafür tun, dass sie wieder fit wird. Wenn sie wieder gesund und fit ist, ist sie für uns eine Verstärkung auf dieser Position“, so Heike Ahlgrimm.

Amelie Berger freut sich auf die neue Aufgabe bei den Flames: „Ich bin sehr froh hier gut aufgenommen worden zu sein und habe auch die ersten Medizinchecks schon hinter mir. Jetzt muss ich mit dem ganzen Trainerteam schauen, dass ich nach meinem Kreuzbandriss wieder zurück in die Bahn komme. Medizinisch und im Team fühle ich mich sehr gut aufgenommen und freue mich schon, wenn ich mit dem Team auf Punktejagd gehen kann.“

Flames Geschäftsführer Michael Geil ergänzt: „Wir sind froh mit Amelie eine Spielerin verpflichten zu können, die zu unserer DNA passt. Sie wird sich schnell in das Team und unser Spielsystem integrieren und die verletzungsbedingte Lücke von Sarah Dekker schließen.“

 


Rückblick auf die Saisonvorbereitung und Ausblick auf die neue Saison – Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm im Interview

Am Samstag startet mit der Begegnung gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach die neue Saison 2022/2023 in der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Seit Anfang Juli bereitet Coach Heike Ahlgrimm die Flames intensiv auf die sechste Saison im Oberhaus vor. Wie bereits in den letzten Jahren führte Flames-Mitarbeiterin Andrea Müller knapp eine Woche vor Saisonbeginn ein ausführliches Interview mit Heike Ahlgrimm über die Vorbereitung und die bevorstehende Saison.

Heike, die lange Vorbereitung befindet sich auf der Zielgeraden. Freut Ihr Euch auf den Spielbetrieb oder doch noch lieber etwas Vorbereitung?

Heike Ahlgrimm: Definitiv Spielbetrieb. Es ist immer eine lange Zeit. Das sind neun Wochen, die man viel zusammenhängt und ich glaube, jeder möchte jetzt unbedingt, dass es losgeht. Man will sich für die Dinge belohnen, die man trainiert hat und will diese Dinge, die man sich erarbeitet hat, im Spiel umsetzen.

Wie ist die Vorbereitung bisher gelaufen?

Heike Ahlgrimm: Ich denke mit Höhen und Tiefen. Wir haben gute Ergebnisse erzielt, wir haben auch ein oder zwei Spiele gemacht, die nicht so optimal gelaufen sind, weil es vom Kopf her sehr schwierig war und wir paar Verletzungen hatten und alle müde waren.  Aber das ist in der Vorbereitung auch normal, dass man mal ein mentales Tief hat und einen Lagerkoller. Das gehört alles in der Vorbereitung dazu und das ist eigentlich in jedem Jahr der Fall. Wir haben letzte Woche ein sehr gutes Turnier bei uns zu Hause gespielt und ich glaube, es hat uns noch mal einen Schub gegeben und wir sind gut gerüstet. Es gab jetzt nochmal ein freies Wochenende und diese Woche können wir uns dann 100%ig auf Leverkusen konzentrieren.

Mit Christin Kühlborn, Saskia Fackel (beide zum Zweitligisten 1. FSV Mainz 05) sowie Ines Ivancok (Mosonmagyaróvári KC SE/Ungarn) haben drei Spielerinnen den Verein verlassen und Sarah Dekker fällt verletzungsbedingt leider die komplette Saison aus. Mit Lucie-Marie Kretzschmar (vorher Neckarsulm) Ndidi-Silvia Agwunedu (Blomberg) und Lilli Holste (Leverkusen) gibt es drei Neuzugänge bei den Flames. Hinzu kommen die beiden Langzeitverletzten Leonie Kockel und Alicia Soffel, die zur Vorbereitung wieder von der Reha zurückgekehrt sind.

Zuerst einmal wie geht es den beiden Rückkehrerinnen Leonie Kockel und Alicia Soffel?

Heike Ahlgrimm: Das ist bei beiden unterschiedlich. Leo hat eine gute Vorbereitung gespielt. Das muss man aber alles peu á peu machen und sie langsam heranführen, denn man merkt schon, dass sie ein Jahr lang pausiert hat und sie braucht wieder ein bisschen Sicherheit für den eigenen Körper und für den Kopf, dass alles wieder gut läuft. Aber sie hat die Vorbereitung komplett mitgemacht und wir haben sie in den Spielen auch schon einsetzen können. Bei Alicia mussten wir nochmal einen kleinen Schritt zurückgehen. Am Anfang sah das richtig positiv aus, jetzt hat der Körper sich gemeldet. Aber das ist auch normal, denn sie hat ja fast zwei Jahre ausgesetzt und hatte auch mehrere OP’s. Daher gehen wir jetzt nochmal ein bis zwei Schritte zurück, aber wir sind im Soll und wir hoffen, dass Alice im September/Oktober den nächsten Schritt geht und dann auch das eine oder andere Spiel machen kann.

Kannst du uns kurz was zu den drei Neuzugängen sagen? Wie ist der erste Eindruck nach der Vorbereitung und was erwartest Du von ihnen?

Heike Ahlgrimm: Ich glaube, Sie passen menschlich hervorragend in unsere Mannschaft. Wir haben drei junge Mädels bekommen, die sehr ehrgeizig sind. Wir müssen Ihnen aber genug Zeit zur Entwicklung geben. In der Vorbereitung hat Lucie auf dieser Position überzeugt. Das hat auch damit zu tun, dass Alice nicht richtig konnte und dass wir bei Myrthe mit dem Knie auch ein bisschen dosieren mussten. Von daher hat sie ihre Chance genutzt. Das macht sie richtig gut. Sie hat sich sehr schnell eingewöhnt und ist eine starke Abwehrspielerin und kann noch viel mutiger im Spiel sein. Lucie wird noch sehr wichtig für uns werden.

Ndidi auf Linksaußen ist eine richtige Verstärkung. Sie hat verständlicherweise paar Wochen gebraucht, um reinzukommen. Sie ist sehr schnell und mir ihr haben wir im Tempospiel eine weitere Option. Außerdem ist sie eine gute Abwehrspielerin.

Lilli auf Rückraum rechts ist auch eine Verstärkung. Zusammen mit Leo haben wir jetzt zwei Linkshänderinnen auf der Position, die unserem Spiel guttun werden. Sie hat viel Potential und ist ebenfalls eine sehr gute Abwehrspielerin. Im Angriff werden wir noch viel arbeiten. Man sollte jetzt nicht die Wunderdinge erwarten, sondern ihr die Zeit geben, sich hier erst einmal einzugewöhnen. Die Zeit brauchen sie auch, denn sie kommen neu in ein Team hinzu, dass schon sehr gefestigt war und sich schon eingespielt hatte.  Ich glaube, dass alle drei uns bereichern und wenn man ihnen die Zeit gibt, dann werden sie uns auch verstärken.

In der Vorbereitung hat sich Vanessa Fehr beim Testspiel vor drei Wochen in Neckarsulm einen Muskelbündelriss zugezogen. Wie lange wird sie ausfallen?

Heike Ahlgrimm: Es wird sechs bis acht 8 Wochen dauern. Ich gehe davon aus, dass sie die ersten Spiele verpassen wird. Wir haben einen sehr zerpflückten Spielplan. Von daher könnte es sein, dass sie im Oktober wieder einsteigt. Definitiv wird sie aber drei Spiele ausfallen. Wir werden das mit Leonie Moormann und Josefine Lotze von den Junior Flames kompensieren und auch immer im Training noch jemanden dabeihaben.

Letzte Saison war Lisa Friedberger als Kapitänin Dein verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Wird die Dienstälteste Spielerin der Flames auch diese Saison das Team führen?

Heike Ahlgrimm:  Kapitänin ist auch diese Saison wieder Lisa Friedberger. Das stand auch gar nicht zur Diskussion und die Frage nach einem Wechsel hat sich auch nicht gestellt. Sie ist am längsten dabei und ist der Kopf im Team. Lisa ist der verlängerte Arm von uns und es ist das Vertrauen da und wir wissen, was wir voneinander haben, denn ich bin selbst jetzt auch schon sechs Jahre hier. Wir hatten uns letztes Jahr gegen einen Co-Captain entschieden. Wir werden dieses Jahr einen Co-Captain dazunehmen, weil wir denken, dass es letztes Jahr mit Corona schwierig war alles alleine auf den Schultern von Lisa zu haben. Daher haben wir uns für Lotta Heider als Co-Kapitänin zur Entlastung von Lisa entschieden. Sie gehört zur jungen Generation in der Mannschaft und hat eine super Vorbereitung gemacht. Lotta hat aber auch gezeigt, dass sie führen kann und wir werden sie weiter heranführen, so dass wir hier eine gute Kombi haben und sie das jetzt zu zweit machen.

Reden wir über den Liga-Auftakt. Für die Flames geht die neue Saison mit einem Heimspiel gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen los, dann geht es nach Halle-Neustadt zu den Wildcats. Beide Mannschaften standen in der letzten Saison in der Tabelle vor den Flames. Wie stehen die Chancen gegen diese beiden Teams?

Heike Ahlgrimm:  Es ist eine neue Saison und beide Mannschaften sind neu. Leverkusen und Halle haben beide eine neue Mannschaft mit vielen Neuzugängen. Es werden zwei schwere Spiele, die wir natürlich gewinnen wollen. Gerade beim ersten Heimspiel zuhause wäre es gut mit einem Sieg in die Saison reinzukommen. Wir wollen die Weststadthalle nach Corona wieder zur Weststadthölle machen. Das Spiel in Halle ist immer ein schweres Auswärtsspiel. Letztes Jahr waren wir dort mit einer dezimierten Coronatruppe. Von daher bin ich optimistisch, dass wir dort Punkte holen. Wir haben uns in der Vorbereitung Selbstvertrauen geholt und wir wollen beide Spiele gewinnen. Dass es schwer wird, wissen wir, aber wenn wir unser Potential abrufen, dann können wir gegen beide Teams bestehen.

Es ist noch knapp eine Woche zum Saisonstart. Welchen Eindruck macht das Team auf Dich? Was ist in der finalen Vorbereitung diese Woche noch die größte Baustelle?

Heike Ahlgrimm: Die größte Baustelle war, dass wir jetzt einfach mal runterkommen mussten und den Kopf frei kriegen. Jetzt soll es endlich losgehen. Ich glaube, das haben alle so empfunden. Ansonsten haben wir nicht mehr so große Baustellen. Natürlich bereitet es einem etwas Bauschmerzen, wenn man nur einen Kreisläufer hat. Hier werden wir die junge Sophia Ewald mit zu den Spielen dazu nehmen. Dann ist Helen derzeit alleine im Tor.  Das sind dann die kleinen Baustellen, wo man ein bisschen Bauchweh hat. Aber trotzdem sind wir gut gerüstet und werden alles dafür tun, dass wir eine schlagkräftige Truppe beim ersten Spiel haben. Ansonsten gibt es keine Baustellen mehr. Man hat sehr intensiv und hart gearbeitet. Jetzt gibt es nur noch das Finetuning und die Vorbereitung auf den Gegner.

Ihr habt bei den Turnieren in Fritzlar und dem selbst ausgerichteten 2. Dentsply Sirona Cup gegen viele Ligakonkurrenten gespielt und auch so gegen Bundesligisten testen können. Das Turnier in Fritzlar habt ihr gewonnen, beim Dentsply Sirona Cup habt ihr das Finale gegen den Buxtehuder SV verloren. Welche Erkenntnisse konntest Du gewinnen?

Heike Ahlgrimm:  Man darf die Vorbereitungsspiele jetzt nicht überbewerten. Aber es ist natürlich immer gut, wenn man sehen kann, dass man gegen solche Mannschaften gewinnen kann. Wir haben gegen Buxtehude gewonnen und verloren. Beim Spiel in Neckarsulm haben wir gut mitgehalten und wir haben im Trainingslager gegen Bietigheim ordentlich in der ersten Halbzeit gespielt. Bei den Turnieren konnten wir gegen Metzingen und Blomberg gewinnen. Wie gesagt, dass darf man nicht so hoch bewerten, weil wir alle in der Vorbereitung experimentieren und Dinge ausprobieren und jeder alle spielen lässt. Aber es ist tut gut, wenn man sehen kann, dass man diese Mannschaft schlagen kann. Wenn es um Punkte losgeht, dann ist es natürlich mental was ganz anderes. Es tut aber gut und gibt Selbstvertrauen.

Mit dem 10. Tabellenplatz wurde das ursprüngliche Saisonziel im letzten Jahr nicht ganz erreicht. Ein Grund dafür war sicher auch, neben Verletzungen und Corona, dass die Abwehr, eigentlich eine Stärke der Flames, diesmal nicht so sicher stand. In der Liga kassierten nur zwei Mannschaften mehr Tore, als die Flames.
Was können wir in der kommenden Spielzeit von den Flames erwarten und was ist das
Saisonziel?

Heike Ahlgrimm:  Das Saisonziel ist wieder ein einstelliger Tabellenplatz. Wir würden gerne Platz 8 erreichen. Das ist das Ziel, was wir uns gesetzt haben. Letztes Jahr hatten wir auch einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel gehabt, da hat uns jedoch Corona ganz weit zurückgeworfen. Wir werden uns in der Abwehr steigern müssen, wir werden uns aber auch im Tor steigern müssen und wir wissen auch, dass wir uns in vielen anderen Situationen steigern müssen. So müssen wir die technischen Fehler und die Fehlwürfe minimieren. Das sind die Dinge, an denen wir arbeiten und die wir angehen. Wie gesagt, Ziel ist Platz 8. Wir haben die Möglichkeit dazu, es darf natürlich nichts mehr dazwischenkommen, wie Corona oder Verletzungen. Das wirft einen dann zurück. Aber wenn wir alle Spielerinnen zur Verfügung haben, dann haben wir eine gute Mannschaft.

Die letzten zwei Jahre waren geprägt von der Corona-Pandemie und es waren teilweise keine oder nur wenige Zuschauer zugelassen. Vor der Pandemie hatten die Flames einen Zuschauerschnitt von 1.200 und lagen damit auf Platz zwei der Liga. Als Ende der Saison wieder Zuschauer in die Halle durften, waren es trotzdem nur gut 450 im Schnitt. Denkst Du, dass die Flames wieder mehr Zuschauer in die Halle locken können und vielleicht wieder auf die 1.200 im Schnitt kommen?

Heike Ahlgrimm: Ich glaube nicht, dass wir wieder auf 1.200 kommen, denn dafür ist die Zeit einfach immer noch nicht reif. Ich hoffe aber, dass wir wieder 600-800 Zuschauer bekommen. Das muss das Ziel sein. Damit wir wieder da hinkommen müssen wir einiges dafür tun. Wir müssen ordentliche Spiele machen, wir müssen Werbung für die Spiele machen und die Spiele sollten einen Event-Charakter bekommen. Wir müssen versuchen die Zuschauer davon zu überzeugen, dass sie in die Halle kommen. Es gibt immer noch Corona, denn Corona ist leider noch nicht vorbei. Daher kann man es verstehen, wenn manche Leute vorsichtig sind und nicht in die Halle wollen. Letzte Saison hatten wir am Anfang viele Auflagen und dieses Jahr weiß man noch nicht, wie es weitergeht. Natürlich müssen wir mit unseren Leistungen auch einiges dafür tun, dass die Zuschauer einen Grund haben, in die Halle zu kommen. Dann schließt sich der Kreis und wir werden sehen, was dabei herauskommt. Es ist aber nicht nur bei uns nicht mehr so, wie früher. Das ist bei allen anderen auch so. Aber wir werden alles daransetzen, dass wir wieder annähernd in diese Richtung kommen.

Es gibt drei Regeländerungen (Reduzierung der Passanzahl beim passiven Spiel, Neuerung bei Kopftreffer gegen den Torwart und die Einführung der Anwurfzone).
Was ist Deine Meinung zu den neuen Regeln?

Heike Ahlgrimm: Wir haben jetzt in der Vorbereitung gemerkt, dass sie jetzt uns gar nicht so sehr beschäftigen. Du musst Dir bei den vier Pässen einiges einfallen lassen, weil es relativ fix geht. Da haben wir uns zwei Dinge ausgedacht, wenn das passiert. Beim Kopftreffer war es vorher im Endeffekt auch schon so. Jetzt kommt noch der Treffer vom Kreis und vom Rückraumspieler dazu. Ich finde es, zum Schutz der Torhüter gut, dass man sich dem angenommen hat. Es ist aber oft auch schwierig zu sehen, ob der Torhüter sich bewegt oder nicht und ob der Wurf beim Spieler mit oder ohne Behinderung ist. Was das Spiel jetzt sehr schnell machen kann, ist der schnelle Anwurf, weil man sich jetzt nur noch auf den Mittelkreis konzentriert und die Außen etwas aus dem Blick verliert. Wenn man es sehr gut spielt, dann kann man das ausnutzen. Das werden wir in der Runde sehen. In der Vorbereitung hat es gepasst und war von daher kein großes Thema. Man hat sich schnell damit arrangiert.

Was erwartest Du generell von der Saison in der 1. Handball Bundesliga Frauen – wer wird Meister, wer steigt ab?

Heike Ahlgrimm: Beim Meister habe ich mich, wie bereits letztes Jahr, schon festgelegt. Das wird Bietigheim mit zu Null Punkten. Das wird auch dieses Jahr so sein. Danach wird es diese Saison sehr spannend. Ich glaube, dass Thüringen, wenn sie das hinbekommen eine Mannschaft zu formen, eine sehr gute Mannschaft hat. Neckarsulm wird oben eine Rolle spielen, Dortmund, Metzingen und Buxtehude werden ebenfalls oben sein. Unten kann es auch sehr eng werden. Waiblingen als Aufsteiger wird es sehr schwer haben. In der Vorbereitung gab es bei einigen Mannschaften Überraschungen, bei denen man dachte, dass sie auch unten mitspielen werden. Zwickau wird es mit den vielen Neuzugängen ebenfalls wieder schwer haben. Es wird ein interessantes Jahr, weil sehr viel passiert ist und sehr viele Wechsel in der Liga stattgefunden haben - so viele wie noch nie. Sehr viele Mannschaften haben neue Spielerinnen.  Das wird sehr interessant, aber das macht es auch spannend und von daher schauen wir mal, wo die Reise hingeht.

Zum Abschluss: Hast Du einen persönlichen Wunsch für die neue Saison?

Heike Ahlgrimm:  Verletzungsfrei bleiben und ich wünsche mir, dass Corona keine Rolle mehr spielt.

Vielen Dank für das nette Gespräch und viel Erfolg für die neue Saison.