Flames-Niederlage zum RE-Start

Nach der EM-Pause hatten die Zuschauer wieder Lust auf Handball.  1006 Zuschauer fanden den Weg in die Weststadthalle, um den RE-Start der Flames der HSG Bensheim/Auerbach zu verfolgen und vielleicht den ersten Sieg im vierzehnten Duell (Liga und Pokal) gegen den Buxtehuder SV zu erleben. Nach einem umkämpften Match und einer 14:11-Pausenführung bleibt es aber dabei, dass die Flames weiter auf den ersten Sieg warten müssen. Mit 27:30 verlor das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm auch dieses Duell. Beste Werferinnen bei den Flames waren Lucie-Marie Kretzschmar mit 5 Toren und Myrthe Schoenaker mit 5/4 Toren sowie Dionne Visser mit 4 Toren. Bei den Gästen erzielten Isabelle Dölle (7), Maxi Mühlner (7/5) und Charlotte Kähr die meisten Tore.

Die Zuschauerkulisse erinnerte an die Zeiten vor Corona, als die Flames mit einem Schnitt von über 1.200 Zuschauer zu den TOP-Teams der Liga gehörten  und die Stimmung oft die Weststadthalle zur Weststadthölle machten.

„Ich bin sehr glücklich, dass wir heute endlich mal wieder eine volle Halle hatten. Ich glaube, das hat uns sehr geholfen. Von daher erst einmal vielen Dank an Publikum. Das war ganz wichtig und ich hoffe, dass ihr trotz der Niederlage das nächste Mal wieder dabei seid“, war Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm begeistert von der Kulisse.

Zum wirklichen Glück fehlten ihr allerdings die Punkte. Dabei hatte sie ihre Mannschaft hervorragend auf den Gegner eingestellt und insgesamt eine sehr starke erste Halbzeit gespielt, was auch BSV-Trainer Dirk Leun bei der Pressekonferenz nach dem Spiel so sah.

„Die erste Halbzeit ging ganz klar an die Flames. Ich denke, wir können froh sein, dass wir nur mit drei Toren Rückstand in die Kabine gingen, weil die Flames sich ab der 22. Minute einige technische Fehler erlaubt hatten und Bälle ins Aus geworfen haben. Da hatten wir Glück, denn ich glaube, es wäre sehr schwer geworden, wenn wir zum Beispiel mit 11:17 in die Pause gegangen wären. In der ersten Halbzeit waren wir zu hektisch, haben die ersten fünf Konter weggeworfen und haben vorne gegen einen gut eingestellten Gegner keine Lösung gefunden. Wir haben lange gebraucht uns taktisch darauf einzustellen. Ein Kompliment an die beiden Torfrauen“, so Leun.

„Wir haben nach der ersten Halbzeit geführt und hätten höher führen müssen. Das ist richtig. Aber wir haben dann in der Schlussphase der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht“,  sah es Heike Ahlgrimm nach dem Spiel genauso.

Dabei hatte alles gut begonnen und bereits der erste Angriff war ein Sinnbild für das umkämpfte Spiel. Liv Süchting kassierte bereits nach 30 Sekunden, als sie  Flames-Kreisspielerin Dionne Visser hart attackierte, die erste Zeitstrafe. Insgesamt gab es sechs Zeitstrafen gegen den BSV und eine gegen die Flames. Den fälligen  Siebenmeter verwandelte Lisa Friedberger im Nachwurf zum 1:0 für die Flames. Nach drei Minuten stand es nach Treffern von Ndidi Agwunedu und Lucie Kretzschmar 3:1 für die Flames.  Liv Süchting verkürzte auf 3:2 (4.). Maxi Mühlner erhielt eine Zeitstrafe nach einem Foul. Den fälligen Siebenmeter von Lisa Friedberger parierte erneut Marie Andresen im BSV-Tor. Isabelle Dölle glich eine Minute später zum 3:3 aus. Nach dem verwandelten Siebenmeter von Myrthe Schoenaker zum 6:4 (11.) nahm Dirk Leun sein erstes Team-Timeout. Bis zum 7:7 (14.) durch Isabelle Dölle blieb das Spiel ausgeglichen.

Die Flames konnten sich dann durch einen 5:1-Lauf auf 12:8 (22.) absetzen. BSV-Trainer Dirk Leun hatte zwischenzeitlich bereits die zweite Auszeit genommen (19.).

Anstatt konzentriert weiter zu spielen und die Chancen zu nutzen, wurden die Angriffe  teilweise unüberlegt und zu schnell abgeschlossen oder die Bälle verworfen. Dadurch kam der BSV auf 12:11 heran (27.).

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm reagierte ihrerseits mit einem Team-Timeout. BSV-Spielerin Cara Hartstock erhielt kurz danach eine Zeitstrafe nach einem Foul an Dionne Visser. Diese Überzahl nutzten die Flames, um sich bis zur Pause durch Treffer von Lotta Heider und Lisa Friedberger wieder auf  14:11 abzusetzen.

Den besseren Start in den zweiten Spielabschnitt erwischten eindeutig die Gäste, die in der 33. Minute auf 14:13 verkürzten und in der 35. Minute erstmals wieder zum 15:15 ausgleichen konnten. Lotta Heider brachte ihre Flames wieder mit 16:15 (36.) in Führung, den Sinah Hagen im folgenden Angriff egalisierte. Das Tor von Sinah Hagen zum 16:17 (38.) bedeutete die erste BSV-Führung in diesem Spiel.

Isabelle Dölle erhöhte auf eine Zwei-Tore-Führung zum 17:19 (41.) und zwang Flames-Coach Heike Ahlgrimm zur Auszeit. Die Flames konnten anschließend durch Lucie Kretzschmar und Sarah van Gulik auf 19:19 (43.) ausgleichen. Es sollte der letzte Unentschieden in dieser Begegnung sein.

Die Flames kamen nochmal auf ein Tor zum 20:21 heran, doch Maxi Mühlner und Charlotte Kähr erhöhten schnell auf 20:23 und Heike Ahlgrimm nahm die nächste Auszeit, da ihr Team die linke Seite überhaupt nicht mehr in den Griff bekam und im Angriff wenig Ideen hatte.

Beim 21:26 (54.) lagen die Gäste erstmals mit fünf Toren vorne. Neuzugang  Amelie Berger durfte die letzten Minuten ihr Comeback, nach dem im Februar erlittenen Kreuzbandriss, feiern und erzielte ihren ersten Treffer Flames-Trikot zum 22:26 (55.). Die Flames kamen durch Lucie Kretzschmar, Dionne Visser und Elisa Stuttfeld in der Schlussphase nochmals auf 24:27 und 25:28 heran, aber Buxtehude ließ nichts mehr anbrennen und brachte den Drei-Tore-Vorsprung sicher über die Zeit und nahm erneut die Punkte aus Bensheim mit.

„In der zweiten Halbzeit hat sich meine Mannschaft zurück ins Spiel gekämpft und wirklich gute Lösungen, insbesondere in den beiden Halbstreifen gefunden und laufen dann über Charlotte Kähr auf Linksaußen und sind dann auch besser in die Konter gekommen. Wenn uns das gelingt, dann sind wir auch sehr stark. Das hat am Ende den Ausschlag gegeben, dass wir uns absetzen konnten“, freute sich Dirk Leun nach dem Spiel.

„Wir haben die erste Viertelstunde der zweiten Halbzeit  verschlafen. Ich weiß nicht, wo wir waren. Wir haben völlig den Faden verloren und haben Buxte eingeladen. So kamen sie zurück ins Spiel. Sie haben es dann clever gemacht und wir waren viel zu hektisch. Kämpferisch kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, denn wir haben alles versucht.  Wir haben gekämpft und haben uns nicht aufgegeben. Aber spielerisch haben wir einfach eine Viertelstunde keine Lösung gefunden. Dies hat auch was mit der Kraft zu tun. Ich musste wechseln, weil die Mädels nicht mehr konnten. Aber wir sind ein bisschen dichter dran. Wenn wir heute zwei gute Halbzeiten gehabt hätten, dann wäre vielleicht was gegangen. Am Ende des Tages reichen 45 Minuten nicht, um gegen eine starke Buxtehuder Mannschaft zu gewinnen, die das sehr clever gemacht hat. Wir haben den linken Rückraum nicht in den Griff bekommen, egal wen wir heute haben spielen lassen. Das müssen wir aufarbeiten und wir werden weitermachen. Es wird jetzt nicht die Welt untergehen, aber das tut natürlich schon weh“, analysierte eine enttäuschte Heike Ahlgrimm.

Der BSV festigte mit 9:3 den 4. Tabellenplatz. Die Flames rutschen nach der Niederlage auf den 9. Tabellenplatz .

In der Liga geht es für die Flames am 10.12.22 weiter mit dem Auswärtsspiel bei der TuS Metzingen. Diese Woche geht es am Freitag nach Regensburg zum DHB-Pokalspiel beim ESV 1927 Regensburg.

HSG Bensheim/Auerbach:
Vanessa Fehr, Helen van Beurden – Amelie Berger (1), Leonie Kockel, Lotta Heider (3), Myrthe Schoenaker (5/4), Elisa Stuttfeld (2), Alicia Soffel, Ndidi Agwunedu (2), Lisa Friedberger (2), Sarah van Gulik (1), Neele Orth, Lucie Kretzschmar (5), Sophia Ewald (2), Lilli Holste, Dionne Visser (4).


Transfercoup: Flames verpflichten Nationalspielerin Amelie Berger

Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach sind noch einmal kurzfristig auf dem Transfermarkt tätig geworden und haben einen hochkarätigen Neuzugang verpflichtet. Nationalspielerin Amelie Berger, die nach ihrer Vertragsauflösung in Dortmund auf der Suche nach einem neuen Verein war, wechselt zu den Südhessen an die Bergstraße. Die 23jährige Linkshänderin unterschrieb einen Vertrag bis 30.06.2023.

Amelie Berger wurde in Tübingen geboren und begann im Alter von acht Jahren Handball zu spielen. Sie wechselte als Jugendspielerin im Sommer 2015 von ihrem Heimatverein SV 64 Zweibrücken zum TSV Bayer 04 Leverkusen. Mit der A-Jugend wurde sie 2016 und 2017 deutsche Vizemeisterin und 2018 konnte sie dann den Gewinn der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft feiern.

Bereits als 17jährige gab sie am 16. November 2016 sie ihr Debüt für Leverkusen in der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Im Sommer 2019 wechselte die Rechtsaußen zum Ligakonkurrenten SG BBM Bietigheim und gewann mit Bietigheim 2021 den DHB-Pokal. Ab der Spielzeit 2021/22 stand sie beim Ligakonkurrenten Borussia Dortmund unter Vertrag.

Amelie Berger durchlief alle DHB-Nachwuchsmannschaften und gehörte zum DHB-Elitekader. International spielte sie ihr erstes großes Turnier bei der U17-EM 2015 in Mazedonien. Teilnahmen bei der U20-WM 2016 in Russland, der U19-EM 2017 in Slowenien und der U20-WM 2018 in Ungarn folgten. Ihr Länderspieldebüt für die DHB-Auswahl feierte sie am 29.09.2018 in Dessau gegen Russland. Bisher bestritt sie 45 Länderspiele und erzielte dabei 87 Tore.

Aktuell arbeitet sie an ihrem Comeback nach dem im Februar erlittenen Kreuzbandriss im rechten Knie. 

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm ist glücklich über die Neuverpflichtung und freut sich auf die Zusammenarbeit mit der 1,70 m großen Außenspielerin. „Ich freue mich, dass Amelie zu uns kommt. Amelie hat einen Verein gesucht und wir geben ihr hier die Möglichkeit wieder in Ruhe fit zu werden. Es ist auch eine Auszeichnung für uns, dass sich eine Nationalspielerin für Bensheim entscheidet. Wir werden mit ihr geduldig arbeiten und ihr die Zeit geben, die sie benötigt, da sie ja aus einer Verletzung kommt. Wir werden Amelie dabei unterstützen und alles dafür tun, dass sie wieder fit wird. Wenn sie wieder gesund und fit ist, ist sie für uns eine Verstärkung auf dieser Position“, so Heike Ahlgrimm.

Amelie Berger freut sich auf die neue Aufgabe bei den Flames: „Ich bin sehr froh hier gut aufgenommen worden zu sein und habe auch die ersten Medizinchecks schon hinter mir. Jetzt muss ich mit dem ganzen Trainerteam schauen, dass ich nach meinem Kreuzbandriss wieder zurück in die Bahn komme. Medizinisch und im Team fühle ich mich sehr gut aufgenommen und freue mich schon, wenn ich mit dem Team auf Punktejagd gehen kann.“

Flames Geschäftsführer Michael Geil ergänzt: „Wir sind froh mit Amelie eine Spielerin verpflichten zu können, die zu unserer DNA passt. Sie wird sich schnell in das Team und unser Spielsystem integrieren und die verletzungsbedingte Lücke von Sarah Dekker schließen.“