Europa League-Fieber in Bensheim: FLAMES empfangen schwedischen Meister IK Sävehof
HSG Bensheim/Auerbach will im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde zur EHF European League den Grundstein für den Einzug in die Gruppenphase legen – Cheftrainerin Ilka Fickinger fordert volle Konzentration und setzt auf die Unterstützung der FLAMES-Familie.
Die Weststadthalle wird wieder zur europäischen Handballbühne: Am Sonntag, 8. November, empfangen die FLAMES der HSG Bensheim/Auerbach den schwedischen Spitzenclub IK Sävehof zum Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde der EHF European League. Gegen den amtierenden schwedischen Meister wartet auf die Bensheimerinnen eine anspruchsvolle internationale Herausforderung. Das Ziel ist klar: Mit einer starken Leistung vor heimischem Publikum wollen sich die FLAMES eine möglichst gute Ausgangsposition für das entscheidende Rückspiel erarbeiten und damit den Traum von weiteren europäischen Handballabenden am Leben halten.
Die sportliche Hürde könnte dabei kaum anspruchsvoller sein. Mit IK Sävehof gastiert der schwedische Meister der Spielzeiten 2024/2025 und 2025/2026 in der Weststadthalle. Der traditionsreiche Club verfügt bereits über internationale Erfahrung in der EHF European League und bringt einen hochkarätig besetzten, ausgeglichenen Kader mit nach Südhessen. In der zweiten Qualifikationsrunde setzten sich die Schwedinnen souverän gegen Hypo Niederösterreich durch und unterstrichen damit ihre Ambitionen auf europäischer Bühne.
Internationale Klasse auf allen Positionen
Besonders beeindruckend ist die individuelle Qualität des schwedischen Meisters. Gleich mehrere Nationalspielerinnen prägen das Spiel von Sävehof und verleihen der Mannschaft eine enorme offensive Durchschlagskraft.
Eine Schlüsselrolle nimmt dabei die isländische Nationalspielerin Elin Thorkelsdottir ein. Die Rückraumspielerin ist nicht nur selbst ausgesprochen torgefährlich, sondern lenkt auch das Angriffsspiel der Schwedinnen mit großer Übersicht. Mit dynamischen Eins-gegen-eins-Aktionen, gefährlichen Schlagwürfen und einem ausgeprägten Gespür für Spielsituationen stellt sie gegnerische Abwehrreihen regelmäßig vor große Probleme.
„Mit Elin Thorkelsdottir verfügt Sävehof über eine Spielerin, die das Angriffsspiel und insbesondere das Tempospiel sehr clever steuert. Sie ist selbst enorm torgefährlich, sowohl im Eins-gegen-eins als auch durch ihre Schlagwürfe. Auf sie müssen wir ein besonderes Augenmerk legen“, erklärt FLAMES-Cheftrainerin Ilka Fickinger.
Doch die offensive Qualität der Gäste beschränkt sich keineswegs auf ihre Spielmacherin. Mit der niederländischen Nationalspielerin Kim Molenaar auf Rückraum links und der groß gewachsenen schwedischen Nationalspielerin Nina Koppang auf Rückraum rechts verfügt Sävehof über zwei weitere wurfgewaltige Akteurinnen, die auch aus der Distanz jederzeit für Gefahr sorgen können.
Hinzu kommt Linksaußen Stella Huselius, die zum festen Bestandteil der schwedischen Nationalmannschaft zählt. Kreisläuferin Thea Blomst gehört ebenfalls zum erweiterten Kreis der schwedischen Auswahl.
„Sävehof verfügt über einen sehr ausgeglichenen Kader und kann praktisch von jeder Position Tore erzielen. Sie spielen mit hohem Tempo, haben viel individuelle Qualität und sind international erfahren. Uns erwartet eine richtig starke Mannschaft, gegen die wir in beiden Begegnungen sehr gute Leistungen abrufen müssen, wenn wir die Gruppenphase erreichen wollen“, betont Fickinger.
Kompakte Defensive und kluge Lösungen im Angriff gefragt
Für die FLAMES wird es vor allem darauf ankommen, das hohe Spieltempo der Gäste zu kontrollieren und deren individuelle Stärken möglichst konsequent einzuschränken. Eine kompakte, aggressive und gut abgestimmte Abwehr soll dabei die Grundlage bilden, um selbst zu Ballgewinnen und einfachen Toren zu kommen.
„Wir müssen es schaffen, das Tempospiel von Sävehof zu unterbinden und aus einer kompakten Abwehr heraus zu agieren. Gerade gegen eine Mannschaft mit dieser individuellen Qualität ist es entscheidend, als Kollektiv zu verteidigen, konsequent in die Zweikämpfe zu gehen und über die gesamte Spielzeit konzentriert zu bleiben“, beschreibt Fickinger die defensive Marschroute.
Auch im Positionsangriff wartet auf die Bensheimerinnen eine anspruchsvolle Aufgabe. Sävehof verteidigt überwiegend in einer kompakten 6:0-Formation, wechselt situativ jedoch auch in eine offensivere 5:1-Abwehr.
„Wir müssen im Positionsangriff gute Lösungen gegen ihre kompakte 6:0-Abwehr finden. Ähnlich wie wir selbst agiert Sävehof phasenweise auch in einer 5:1-Formation. Darauf müssen wir vorbereitet sein, die richtigen Entscheidungen treffen und mit Geduld, Tempo und Konsequenz unsere Chancen herausspielen“, so Fickinger.
120 Minuten entscheiden über den europäischen Traum
Anders als im Ligaalltag geht es in der dritten Qualifikationsrunde nicht allein um das Ergebnis einer einzelnen Begegnung. Über Hin- und Rückspiel hinweg entscheidet sich, welche Mannschaft den Sprung in die Gruppenphase der EHF European League schafft.
Entsprechend groß ist die Bedeutung des ersten Aufeinandertreffens in der Weststadthalle. Die FLAMES wollen den Heimvorteil nutzen, sich eine möglichst gute Ausgangslage verschaffen und mit Selbstvertrauen in das Rückspiel gehen.
Dass der schwedische Meister als hochkarätiger Gegner nach Bensheim reist, schmälert die Ambitionen der Gastgeberinnen keineswegs. Vielmehr ist die Vorfreude auf die internationale Herausforderung innerhalb des Vereins deutlich spürbar.
„Wir wissen, dass wir gegen einen sehr starken Gegner antreten und zwei richtig gute Spiele benötigen werden. Aber genau für solche Begegnungen spielen wir Handball. Wir wollen uns mit den besten Mannschaften messen, unsere Chance nutzen und unbedingt den nächsten Schritt auf europäischer Bühne machen“, erklärt Fickinger.
Gemeinsam mit den Fans durch Europa
Ein entscheidender Faktor soll dabei einmal mehr die besondere Atmosphäre in der Weststadthalle werden. Gerade bei internationalen Begegnungen können die Emotionen auf den Rängen zusätzliche Kräfte freisetzen und der Mannschaft in schwierigen Spielphasen den nötigen Rückhalt geben.
Für Fickinger steht deshalb fest, dass die Unterstützung der FLAMES-Familie am Sonntag von enormer Bedeutung sein wird.
„Wir wollen unbedingt mit unseren Fans weiter durch Europa reisen und werden dafür alles investieren. Wir werden All-in gehen, um uns diesen Traum zu erfüllen. Dafür brauchen wir aber auch unsere Fans. Wir wollen gemeinsam mit ihnen die Weststadthalle zu einem echten Hexenkessel machen und die erste Halbzeit dieses Duells, nämlich unser Heimspiel, möglichst positiv gestalten.“
Der Appell der Trainerin ist eindeutig: „Kommt in die Halle, unterstützt unsere Mannschaft und helft uns dabei, gemeinsam den Grundstein für den Einzug in die Gruppenphase zu legen. Solche Europapokalabende sind etwas Besonderes – für die Spielerinnen, den Verein und unsere gesamte FLAMES-Familie.“
Am Sonntag heißt es deshalb: Europa zu Gast in Bensheim – und die FLAMES wollen gemeinsam mit ihren Fans das nächste Kapitel ihrer internationalen Geschichte schreiben.
Bild: ©Hendrik Hamelau (IG/FB: @coasthenne_fotografie)

