Bergsträßer Anzeiger

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Flames sind stolz auf ihre Jugend

Final-Four-Teilnahme hat Bensheim einen Platz auf der Landkarte gesichert / Martin Schwarzwald als Trainer für drei Teams

Martin Schwarzwald war in der Handball-Saison 2015/16 im Dauereinsatz in Diensten der HSG Bensheim/Auerbach - als neuer Coach der Junior-Flames und der Bundesliga-Mannschaft der weiblichen A-Jugend sowie als Co-Trainer der Zweitliga-Mannschaft. Die Erlebnispalette des 30-Jährigen reicht vom Gewinn der Bronzemedaille mit den Flames-Talenten beim Final Four in Leverkusen, dem Auf und Ab der Flames mit einem letztlich etwas enttäuschenden sechsten Platz bis hin zum bitteren Abstieg der Junior-Flames aus der Oberliga. Im folgenden Interview zieht der Handball-Übungsleiter Bilanz und wirft auch schon einmal einen Blick voraus.

Welchen Stellenwert nimmt für Sie der Gewinn der Bronzemedaille beim Final Four in Leverkusen mit der weiblichen A-Jugend der HSG Bensheim/Auerbach ein?

Martin Schwarzwald: Ich muss zugeben, fast gar keinen. Ich habe schon 2014 mit der weiblichen B-Jugend des SV 64 Zweibrücken Platz drei bei den deutschen Meisterschaften belegt. Da hatte ich mir fest vorgenommen, bei einer erneuten DM-Qualifikation mit den Flames-Talenten, das Halbfinale zu gewinnen, um persönlich noch einen draufzusetzen. Dass wir das Final Four an sich erreicht haben, das bedeutet mir sehr, sehr viel, dennoch kann ich einem Sieg im Spiel um Platz drei gegen den VfL Bad Schwartau nur wenig abgewinnen.

Ihr Ehrgeiz dürfte so groß sein, dass das Thema Deutsche Meisterschaft noch lange nicht erledigt ist?!

Schwarzwald: Na klar, ich hoffe natürlich, dass ich noch des Öfteren die Chance erhalten werde, bei einem Final Four dabeizusein. Aber man darf nicht vergessen, dass es für viele meiner Spielerinnen das größte Erlebnis während ihrer Jugendzeit gewesen ist. Deswegen betrachte ich unser Abschneiden auch differenziert. Ich bin riesig stolz auf die Leistung, die meine Mädels gezeigt haben. Die Enttäuschung ist allerdings nach wie vor groß, weil wir uns mehr vorgenommen hatten. Unterm Strich haben wir ein gutes Final Four zum Abschluss einer herausragenden Saison gespielt. Das Erreichen der DM-Endrunde hat uns endgültig auf die Landkarte des deutschen Jugendhandballs gebracht.

Hat es Sie stolz gemacht, dass zum zweiten Halbfinalspiel am 1. April gegen die HSG Blomberg-Lippe 600 Zuschauer in der Weststadthalle kamen?

Schwarzwald: Selbstverständlich. Verein und Umfeld sind wahnsinnig stolz auf die Leistung unserer Mannschaft. Das hat auch schon die großartige Kulisse im Heimspiel gegen Blomberg bestätigt. Das Bensheimer Publikum kann sich für hochklassigen Jugendhandball wie für Bundesligahandball gleichermaßen begeistern.

Was hat die weibliche A-Jugend der HSG Bensheim/Auerbach in der vergangenen Saison so stark gemacht?

Schwarzwald: Unsere Flexibilität in der Abwehr. Wir waren in der Lage, verschiedene Deckungssysteme zu spielen. Und darüber hinaus auch die Ausgeglichenheit in unserem Kader. Wir taktisch sehr flexibel agiert und waren mit einem guten Kampfgeist ausgerüstet. Juniorinnen-Nationalspielerin Lisa Friedberger und Torhüterin Clara Bohneberg kann man als unsere tragenden Säulen über die gesamte Saison hinweg hervorheben. Erwähnen möchte ich auch Sophia Sommerrock, die vor allem in der Deckung eine wichtige Rolle gespielt hat. Julia Maidhof und Josephine Körner werden in der neuen Runde das Zweitliga-Team verstärken und gemeinsam mit Anja Ernsberger unseren Linkshänderinnen sein.

Im August 2015 wurde die Flames-Handball-Akademie ins Leben gerufen. Wie fällt hier Ihre Zwischenbilanz aus?

Schwarzwald: Ausgesprochen gut. Unser Ziel muss es sein, langfristig Talente für den oberen Leistungsbereich zu entwickeln. Dadurch erhoffen wir uns eine höhere Identifikation der Mädchen mit unserem Verein. Aber auch für unser Umfeld ist es von Bedeutung, dass wir immer wieder junge Spielerinnen an die Bundesliga heranführen. Unsere Akademieleiterin Heike Ahlgrimm hat wertvolle Erfahrungen aus ihrer Zeit in Blomberg und Leverkusen in das Projekt eingebracht. Dass wir noch die eine oder andere Kinderkrankheit überstehen müssen, versteht sich von selbst. Aber wir sind so zufrieden mit unserem ersten Jahr, dass wir für die kommende Saison die Anzahl der verfügbaren Plätze von vier auf acht erhöht haben.

Wie beurteilen Sie das Niveau des Mädchenhandballs - auch im Hinblick auf die Frauen-Weltmeisterschaft 2017 in Deutschland?

Schwarzwald: Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind. Ich kann natürlich immer nur unsere eigene Arbeit zuverlässig beurteilen. Aber das Final Four in Leverkusen hat gezeigt, dass das Niveau sehr hoch war und wir uns derzeit keine Sorgen machen müssen, dass in Deutschland keine Talente nachrücken.

Wie fällt Ihre Saisonbilanz als Trainer in Dreifach-Funktion insgesamt aus?

Schwarzwald: Zwiegespalten. Das Erreichen des Endturniers um die deutsche Meisterschaft war ein Highlight. Man darf jedoch nicht vergessen, dass der Abstieg unserer zweiten Mannschaft in die Landesliga einen schweren Schlag darstellt. Allerdings sind Mannschaft, Verein und ich positiv gestimmt, dass dies ein einmaliger Ausrutscher war, den wir in der kommenden Saison auf jeden Fall korrigieren wollen.

War der Abstieg der zweiten Frauen-Mannschaft vermeidbar?

Schwarzwald: Ich denke schon. Am Ende gaben viele Faktoren, die nicht zu beeinflussen waren, den Ausschlag zu unseren Ungunsten. Ich denke da an die Abstiege der Drittligisten TuS Kriftel und HSG Sulzbach/Leidersbach und an die überraschenden Punktgewinne der direkten Konkurrenten in der Schlussphase der Saison. Am Ende müssen wir uns an die eigene Nase fassen, denn wir hätten in der Hinrunde mehr Punkte holen müssen. Das bittere 25:28 im Schlüsselspiel zu Hause gegen die SG Kirchhof II dürfen wir nicht verlieren. Mit 20 Punkten wären wir in den letzten vier Jahren nicht abgestiegen - ganz zu schweigen von unserem tollen Torverhältnis von 654:613, mit dem man normalerweise nicht absteigen kann.

Welche Impulse erhoffen Sie sich von Heike Ahlgrimm, der neuen Trainerin der Zweitliga-Mannschaft der HSG Bensheim/Auerbach in der Spielzeit 2016/17?

Schwarzwald: Ich bin überzeugt davon, dass sie unsere junge Mannschaft spielerisch weiterentwickelt und die vielen Talente für die Bundesliga wappnet. Für mich persönlich wünsche ich mir, dass ich von der großen Erfahrung der früheren Nationalspielerin lernen kann.

Die Spielerinnen der drei Flames-Mannschaften befinden sich derzeit in der wohlverdienten Pause. Wann geht es für sie weiter?

Schwarzwald: Unsere Zweitliga-Mannschaft nimmt ihre Vorbereitung auf die neue Saison am 11. Juli auf, die Junior-Flames und die weibliche A-Jugend beginnen eine Woche früher.

Gibt es weitere Neuzugänge zu vermelden?

Schwarzwald: Im Sommer wird sich dahingehend sicherlich noch etwas tun, alleine schon deshalb, weil wir noch zwei freie Plätze in der Handball-Akademie zu vergeben haben. Bei den Junior-Flames werden wir aber überwiegend auf den Kader der vergangenen Saison zurückgreifen und ihn mit Spielerinnen aus unserer A-Jugend sowie unserem prominenten Neuzugang aus dem Zweitliga-Team, Ingrida Bartaseviciene, ergänzen.

Werden Sie auch in der Saison 2016/17 als Dreifach-Trainer im Einsatz sein?

Schwarzwald: Ja, auf jeden Fall. Ich werde mein Engagement bei der ersten Frauen-Mannschaft noch etwas ausbauen, aber meine Schwerpunkte als Trainer bleiben weiterhin die zweite Garnitur und das Mädchen-Bundesliga-Team. rs

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 04.06.2016

Junior-Flames bekommen Lob und Bronze

HSG Bensheim/Auerbach bei deutscher A-Jugend-Meisterschaft auf Platz drei / Fast 20 torlose Minuten im Halbfinale kosten Endspiel-Teilnahme

Der Traum von der deutsche Meisterschaft war für die weibliche Handball-A-Jugend der HSG Bensheim/Auerbach am Samstag schon nach 20 Minuten im Halbfinalspiel gegen Gastgeber Bayer Leverkusen ausgeträumt. Da erzielte Kim Schmitt erst den Treffer zum 1:6-Zwischenstand. Trotz einer Aufholjagd in der zweiten Halbzeit gab es am Ende eine 18:21 (4:10)-Niederlage und "nur" die Teilnahme am Spiel um Platz drei, in dem die Junior-Flames den VfL Bad Schwartau mit 22:21 (11:9) bezwangen.

"Meine Spielerinnen haben sich eigentlich sehr gut an das taktische Konzept gehalten, aber zu viele freie Bälle und vier Siebenmeter verworfen. Wir sind immer wieder an Leverkusens Torhüterin Vanessa Fehr gescheitert", analysierte Bensheims Trainer Martin Schwarzwald: "In der Abwehr haben wir verbissen gekämpft. Ich ziehe den Hut vor den Mädels, da sie später sogar die Chance hatten, dieses Spiel noch zu drehen. Wir haben für den starken Auftritt in der zweiten Halbzeit auch viel Lob vom Gegner bekommen."

Immerhin hielt die HSG vor 650 Zuschauern in der Smidt Arena fast fünf Minuten lang ein 0:0. Ganz böse sah es für die Talente von der Bergstraße beim Stand von 2:9 (25.) aus, doch sie verkürzten durch Josephine Körner und Lisa Friedberger per Siebenmeter zur Pause noch auf 4:10. In den ersten 19 Minuten hatten Lea Müller und Julia Maidhof jeweils zwei Strafwürfe vergeben. Zwei davon entschärfte die überragende Vanessa Fehr, die genau wie Bensheims Torhüterin Clara Bohneberg zur besten Spielerin ihrer Mannschaft gewählt wurde.

Nach Wiederanpfiff besannen sich die Bensheimer Mädchen auf ihre Klasse und spielerischen Mittel und holten Tor um Tor auf. Als Isabell Rubeck zum 12:15 traf (45.), schien die Sensation wieder greifbar nahe. Doch die Juniorelfen - angeführt von ihrer überragenden, aber in der 51. Minute disqualifizierten Haupttorschützin Mia Zschocke (sieben Treffer) - zogen dann vorentscheidend auf 18:12 (50.) davon.

Nach den Toren von Julia Maidhof (56.) und Lisa Friedberger (57.) zum 20:17 schöpfte das Schwarzwald-Team noch einmal Hoffnung, "Meine Trainerkollegin Kerstin Reckenthäler nahm da noch einmal eine Auszeit, da sie gemerkt hatte, dass ihre Spielerinnen wackelten", hatte Martin Schwarzwald erkannt. "Doch auch danach haben wir wieder einige freie Bälle vergeben. Auf diesem Niveau entscheiden nun einmal Kleinigkeiten", so der HSG-Coach weiter.

So reichte es am Ende nicht mehr gegen die clevereren Leverkusenerinnen. "Natürlich hat es uns viel Spaß gemacht, vor einer solchen Kulisse zu spielen. Aber dennoch ist die Enttäuschung schon groß", gab Bensheims Juniorinnen-Nationalspielerin Lisa Friedberger unumwunden zu.

HSG Bensheim/Auerbach: Clara Bohneberg, Jessica Brückner - Linda Brocke, Lea Müller, Sophia Sommerrock (2), Lisa Friedberger (5), Lena Thoß, Henrike Zimmer (2), Julia Maidhof (3), Josephine Körner (2), Pia Magnago, Marie-Lisa Schmidt, Isabelle Rubeck (3), Kim Schmitt (1).

Friedberger beste Abwehrspielerin

Im "kleinen Finale" bezwangen die Junior-Flames den VfL Bad Schwartau mit 22:21 (11:9). "Wir haben verdient gewonnen, auch weil auf unsere Abwehr Verlass war. Wir haben mit einer 3:3-Deckung angefangen und so den Bad Schwartauer Angriff vor eine große Probe gestellt. Damit lieferten wir genau das Gegenstück zur Partie gegen Leverkusen ab", freute sich Martin Schwarzwald über den starken Beginn.

Das 1:0 gelang Lisa Friedberger, die zur besten Abwehrspielerin des Final Fours gewählt wurde, per Kempa-Trick auf Zuspiel von Sophia Sommerrock (1.). Nach 20 Minuten führte Bensheim 8:3 und zur Pause 11:9. "Bad Schwartau hat nie aufgegeben, sich eindrucksvoll zurückgekämpft und unserer Abwehr Probleme bereitet, obwohl man in den entscheidenden Szenen einige Zeitstrafen kassierte", machte der HSG-Trainer dem Gegner ein dickes Kompliment.

Beim 18:18 (52.) war wieder alles offen, doch die Junior-Flames bewahrten die Ruhe und erspielten sich eine 22:20-Führung, ehe sie das 21. Gegentor kassierten. Josephine Körner wurde zur besten Spielerin des "kleinen Finales" gewählt. rs

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 30.05.2016

Gerüstet für das Duell David gegen Goliath

Junior-Flames treffen beim Final Four um die deutsche Meisterschaft zuerst auf den favorisierten Gastgeber Bayer Leverkusen

Nach einer Saison mit Licht und Schatten für die HSG Bensheim/Auerbach steht für eine ihrer Mannschaften am Wochenende noch einmal ein tolles Highlight auf dem Programm. Die weibliche Handball-A-Jugend geht beim Final Four um die deutsche Meisterschaft in Leverkusen an den Start und will hier genauso für Furore sorgen wie bei den Spielen in der Bundesliga-Runde. Nachdem sich die Flames-Talente im DM-Viertelfinale gegen die HSG Blomberg-Lippe durchgesetzt hatten, gilt es für sie am Samstag, 17.30 Uhr, mit Bayer Leverkusen - Gastgeber und Titelträger der Jahre 2015, 2014 und 2013 - eine ganz hohe Hürde zu nehmen.

"Wir glauben an unsere Chance, wenngleich Bayer Leverkusen in der Favoritenrolle ist. Immerhin hat unser erster Gegner zuletzt drei deutsche Meisterschaften in Folge gewonnen, ist seit drei Jahren zu Hause ungeschlagen und gespickt mit Nationalspielerinnen. Das Team zeichnet sich durch die individuellen Stärken der einzelnen Spielerinnen und eine aggressive Abwehr, aus der sie schnell umschalten, aus", zeigt Martin Schwarzwald großen Respekt vor der Truppe von Trainerin Kerstin Reckenthäler, das zudem das Gros der in der 3. Liga West spielenden zweiten Frauen-Mannschaft bildet.

Der ehrgeizige Bensheimer Coach hebt besonders die Rückraumspielerinnen Mia Schocke ("großer Zug zum Tor) und Luisa Knippert ("gutes Eins-zu-eins-Verhalten") sowie Allrounderin Kim Braun ("starker Abschluss aus dem Rückraum") und Vanessa Fehr, Torhüterin der Juniorinnen-Nationalmannschaft, hervor. "Leverkusen ist letztlich auf jeder Position gut besetzt", fügt Schwarzwald hinzu.

Aber auch der HSG-Kader braucht sich nicht zu verstecken. Mit Dreh- und Angelpunkt Lisa Friedberger, Julia Maidhof und Torhüterin Clara Bohneberg treten in Leverkusen drei Spielerinnen mit Zweitliga-Erfahrung an. Hinzu kommt Juniorinnen-Nationalspielerin Josephine Körner, die verletzungsbedingt noch keinen Punktspieleinsatz hatte. "Josephine trainiert auf allerhöchstem Niveau und ist eine wertvolle Verstärkung für uns", betont der HSG-Coach, der personell aus dem Vollen schöpfen und zusammen mit Co-Trainer Peter Günther und Torhüterinnen-Trainer Udo Bohneberg auf einen Kader von 16 Spielerinnen zurückgreifen kann.

"Ich glaube, dass wir uns zuletzt gesteigert haben. Über die mannschaftliche Geschlossenheit werden wir unsere Chance suchen. Ich habe jedenfalls ein gutes Gefühl. Die Mädels sind fokussiert auf diese Endrunde. Nervosität habe ich bei ihnen noch nicht ausgemacht", sagt Schwarzwald. Er feiert am Wochenende ein Wiedersehen mit den Leverkusenerinnen Amelie Berger und Elisa Brunkholder, die er aus seiner Zeit als Trainer der weiblichen B-Jugend des SV 64 Zweibrücken kennt.

Zuversichtlich zeigt sich Sophia Sommerrock: "Wenn wir einen unserer guten Tage erwischen, dann besteht für uns die Chance, Leverkusen zu schlagen. Beim Final Four gibt es für mich keinen ausgesprochenen Favoriten. Uns zeichnet ein großer Teamgeist aus. Jede Spielerin setzt sich für die andere ein. Wir setzen unsere eigenen Stärken so ein, dass der Gegner seine nicht einbringen kann." Die 19-jährige Rechtsaußen, die nach dieser Saison beim Zweitliga-Aufsteiger TSG Ketsch eine neue sportliche Herausforderung sucht, gibt zu, "dass mir der Abschied von der HSG Bensheim/Auerbach genauso schwerfällt wie der von der Jugendzeit".

"Sportlich gesehen wird es natürlich immer schwerer, einen Titel zu verteidigen. Dies stellt uns vor eine wahnsinnige Herausforderung. Es ist schon ein toller Erfolg, dass wir zum vierten Mal in Folge die Endrunde erreicht haben", umschreibt Leverkusens Nachwuchskoordinatorin Sybille Gruner die Ausgangsposition vor diesem Stelldichein des besten deutschen Handball-Nachwuchses.

Mehr als 100 Fans drücken den Junior-Flames in der Smidt-Arena die Daumen

16 Spielerinnen sowie der Trainer- und Betreuerstab der HSG Bensheim/Auerbach werden am heutigen Freitag in Leverkusen eintreffen. Die Flames-Talente absolvieren heute ab 16 Uhr in der Smidt-Arena eine Trainingseinheit. Untergebracht ist man im Hotel Lindner unmittelbar neben der BayArena.

Betreut werden die vier Mannschaften von aktuellen Bundesligaspielerinnen des SV Bayer Leverkusen, die als A-Jugendliche schon deutsche Meistertitel geholt haben und die als Paten fungieren. Für die Flames-Talente ist dies Johanna Heldmann.

Rund um die DM-Spiele bietet der Veranstalter ein attraktives Rahmenprogramm an. Nach jedem Spiel gibt es Auszeichnungen für die besten Spielerinnen. Am Sonntag werden die beste Spielerin, Torhüterin, Torschützin und Abwehrspielerin der gesamten DM-Endrunde gekürt.

Die Smidt-Arena ist eine Multifunktionsarena in Leverkusen, die 1974 erbaut wurde und in der 3500 Zuschauer Platz finden. Martin Schwarzwald rechnet mit 2000 Besuchern beim Handballfest für die ganze Familie: "Die 80 Karten, die uns für den unteren Block zur Verfügung gestellt wurden, waren im Nu weg. Das wird eine super Geschichte, wir freuen uns drauf." Der Bensheimer Trainer rechnet mit weiteren 40 bis 50 Jugendlichen aus den eigenen Reihen, die den Weg nach Leverkusen finden werden. Verzichtet wurde auf den Einsatz eines Busses für die Fans, die laut Schwarzwald "ihre Fahrten selber organisieren werden".

Schon einmal startete eine Bensheimer Handball-Mannschaft im Rahmen einer deutschen Meisterschaft in Leverkusen. Der damalige Bundesligist TSV Auerbach gewann im Mai 1977 das erste Halbfinale in der Scholl-Halle gegen das favorisierte Bayer Leverkusen mit 13:11 und verlor das Rückspiel mit dem gleichen Resultat. Nach einer Verlängerung verwandelte Elfriede Bayer den entscheiden Strafwurf im Siebenmeterstechen. Dank des 18:17-Sieges stand das das Team von Trainer Seppl Brendle im DM-Finale, das man dann in Berlin gegen den dortigen TSV GutsMuths aber mit 7:12 verlor. rs

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 27.05.2016

Nach zwei Jahren ist Feierabend

  • Freigegeben in Bundesliga

Trainer Florian Bauer blickt auf seine Zeit bei den Flames zurück / Mannschaft hat Potenzial, konnte es aber nicht immer abrufen

Nach dem Trainerverschleiß in der Saison 2013/14, durch den der Abstieg aus der Frauenhandball-Bundesliga nicht verhindert werden konnte, sollte mit der Verpflichtung von Florian Bauer mehr Ruhe und Kontinuität bei der HSG Bensheim/Auerbach einkehren. Und das ist gelungen. Der 36-jährigen Sportwissenschaftler und Reha-Trainer schloss seine erste Saison mit den Flames in der 2. Frauenhandball-Bundesliga auf Platz fünf ab, der sechste Tabellenplatz nach Beendigung der Spielzeit 2015/16 stellt ihn nicht ganz zufrieden. Aus dem Aufstiegsrennen mussten sich die Bensheimerinnen früh verabschieden. Im folgenden Interview blickt der scheidende Trainer, der in der Saison 2016/17 von Ex-Nationalspielerin Heike Ahlgrimm abgelöst wird, auf seine zweijährige Amtszeit in Bensheim zurück.

Die Flames belegen in der Abschlusstabelle den sechsten Platz. Ist das Saisonziel aus Ihrer Sicht verfehlt?

Florian Bauer: Objektiv waren vor der Runde die Plätze eins bis fünf ausgegeben. Insofern sind wir angesichts des sechsten Tabellenplatzes hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dass sich unser Abschneiden am letzten Spieltag zwischen den Plätzen vier und sechs entschieden hat, spricht für die Ausgeglichenheit dieser Spielklasse.

Welchen Einfluss auf das Abschneiden Ihrer Mannschaften hatten die vielen und überwiegend langwierigen Verletzungen einiger Spielerinnen?

Bauer: Die hohe Ausfallquote hat natürlich dazu beigetragen, dass wir sehr schwankende Leistungen über die gesamte Runde hinweg gezeigt haben. Die Summe hat es am Ende gemacht. So haben wir ja pro Spiel durchschnittlich zwei Leistungsträgerinnen ersetzen müssen. Sanne Hoekstra konnte wegen Achillessehnenproblemen und ihren Einsätzen in der holländischen Nationalmannschaft nur 15 Spiele bestreiten. Ivana Sazdovski fehlte in den letzten fünf Begegnungen wegen einer Verletzung am Fuß und auch Romana Grausenburger musste in der Schlussphase wegen einer Meniskusoperation passen. Lisa Mößinger war zu Saisonbeginn nach ihrer Hüftoperation nicht dabei und Martha Logdanidou hatte es immer wieder mit Rückenbeschwerden zu tun.

Immerhin gelangen drei Siege gegen die Bundesliga-Aufsteiger Neckarsulm und Nellingen. Das passt irgendwie nicht zu den Ausrutschern gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte?

Bauer: Der Anspruch von uns hätte eigentlich sein müssen, immer so Spiele abzuliefern wie die beiden gegen den TV Nellingen, der ein Kontrahent unserer Kragenweite ist. Das ist uns leider nicht gelungen. Wir hatten zu viele Ausreißer nach unten, wie die 19:22-Heimniederlage gegen Nürtingen, das 25:29 in Trier oder die 23:24-Heimniederlage gegen Herrenberg nach einer 14:8-Pausenführung.

Was haben die Neckarsulmer Sportunion und der TV Nellingen gegenüber der HSG Bensheim/Auerbach letztlich voraus?

Bauer: Neckarsulm war der gesamten Konkurrenz überlegen. Die erste Sechs der Sportunion ist bundesligatauglich. Nellingen hat sich nie aus der Ruhe bringen lassen und sein Spiel immer weiter aufgezogen.

Neun Mannschaften warfen mehr Tore als die Flames, die nur einen Durchschnitt von 26 Treffern pro Spiel schafften. Worauf führen Sie die magere Quote Ihrer Offensivabteilung zurück?

Bauer: Auf jeden Fall auf die Chancenverwertung. In jeder der vier letzten Begegnungen haben wir zwischen sieben und zwölf hundertprozentige Möglichkeiten liegengelassen. Außerdem haben wir viele Siebenmeter verworfen und zahlreiche Holztreffer verbucht. Das spiegelt sich am Ende natürlich in der gesamten Torquote einer Saison wieder. Ich bin aber ein Trainer, der sein Schwergewicht auf die Abwehrarbeit legt. Meine Philosophie ist daher, eher hinten die Bälle zu erobern, so dass man vorne auch entsprechend weniger werfen muss.

Welche Spielerinnen haben überzeugt, welche sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben?

Bauer: Auf jeden Fall hat unser Torhüterinnengespann Pauline Radke und Clara Bohneberg überzeugt. Man hat gesehen, wie Lisa Friedberger und Carmen Moser Fortschritte gemacht haben. Kritik will ich hier an keiner Spielerin üben, jedoch sind alle nicht konstant genug in ihren Leistungen gewesen.

Die größten Fortschritte dürfte in den beiden vergangenen Jahren Lisa Friedberger gemacht haben. Was trauen Sie der Juniorinnen-Nationalspielerin noch zu?

Bauer: Wenn Lisa weiter so ehrgeizig ist und verletzungsfrei bleibt, dann dürfte sie mittelfristig schon den Sprung in die Bundesliga schaffen. Sie ist in ihrem jungen Alter in der Abwehr schon sehr gut, zeigt einen unbändigen Kampfeswillen und ein sehr gutes Spielverständnis.

Nach dem letzten Spiel gegen Halle-Neustadt erhielten Sie von den Fans die Auszeichnung "Spielerin des Tages", die normalerweise nur einem Ihrer Schützlinge zuteil wird. Was bedeutet für Sie diese Ehrung?

Bauer: Ich denke, das zeigt auch, dass ich in den beiden vergangenen Jahren in Bensheim viele Freunde hinzugewonnen habe und dass meine Arbeit doch Anerkennung und Wertschätzung erfahren hat.

Wie lässt es sich damit leben und arbeiten, wenn man schon vor Saisonbeginn erfährt, dass der Verein nach zwei Jahren nicht mehr mit einem plant und der Nachfolger schon feststeht?

Bauer: Wir haben bewiesen, dass es geht. Es ist sicherlich eine gewöhnungsbedürftige Situation. Wenn nämlich die Spielerinnen wissen, dass der Trainer nach Saisonende eh nicht mehr da ist, dann könnte dieser an Autorität verlieren. Dank meiner Mannschaft, die super mitgezogen hat, haben wir aber auch diese Situation gemeistert.

Trotz der Blutauffrischung aus der Zweitliga-Mannschaft und einem furiosen Endspurt steigen die Junior-Flames aus der Oberliga ab. Ging die Doppelbelastung für die eine oder andere Spielerin nicht auch zu Lasten der Flames?

Bauer: Es war schon im Vorfeld klar, dass dies für die betreffenden Spielerinnen sehr anstrengend werden würde. Es war aber auch klar vom Vorstand des Vereins kommuniziert, dass jetzt die Junior-Flames den Vorrang haben nicht abzusteigen.

Wie sieht Ihr sportlicher Tätigkeitsbereich in der kommenden Saison aus?

Bauer: Ich wohne in Groß-Bieberau. Dort werde ich wahrscheinlich die weibliche B-Jugend der JSG Groß-Bieberau/Modau übernehmen und auch für die Trainerausbildung verantwortlich sein.

Was trauen Sie der weiblichen A-Jugend der HSG Bensheim/Auerbach im Final Four um die Deutsche Meisterschaft am 28. und 29. Mai in Leverkusen zu?

Bauer: Ich traue unserem Nachwuchs durchaus den Titelgewinn zu. Es sind zwei Spiele, in denen es wirklich noch einmal darauf ankommt und in denen unsere Talente noch einmal alles abrufen werden.

Die Flames-Statistik der Saison 2015/16 in der 2. Frauenhandball-Bundesliga

Die eingleisige 2. Frauenhandball-Bundesliga wurde 2011 ins Leben gerufen. Seitdem belegte die HSG Bensheim/Auerbach die Plätze fünf (Saison 2011/12 und '14/15), zwei ('12/13) und sechs ('15/16). Die Verantwortlichen hatten im Vorfeld dieser Runde eine Position zwischen eins und fünf als Zielsetzung ausgegeben.

Saison 2015/16: 16 Siege - 2 Unentschieden - 12 Niederlagen: 785:756 Tore, 34:26 Punkte.

Vorrunde: Platz 7 (8 Siege - 1 Unentschieden - 6 Niederlagen) 397:366 Tore, 17:13 Punkte. - Rückrunde: Platz 6 (8 Siege - 1 Unentschieden - 6 Niederlagen) 388:390 Tore, - 17:13 Punkte.

Heimbilanz: 8 Siege - 2 Unentschieden - 4 Niederlagen: 391:366 Tore, 20:10 Punkte. - Auswärtsbilanz: 7 Siege - 8 Niederlagen: 394:390, 14:16 Punkte.

Torschützinnen (13): Ivana Sazdovski 148/70, Pia Hildebrand 113/25, Martha Logdanidou 78/4, Sanne Hoekstra 76/15, Romana Grausenburger 63, Alexandra Tinti 59, Ingrida Bartaseviciene 51, Lisa Friedberger 48, Lisa Mößinger 48/2, Carmen Moser 46, Ida Jespersen 29, Anja Ernsberger 21, Julia Maidhof 5/4.

Höchster Sieg: 32:22 gegen SG Mainz-Bretzenheim. - Höchste Niederlage: 23:32 gegen die Neckarsulmer Sportunion.

Traumstart: Mit den Siegen zu Hause gegen den HC Rödertal (26:21), die FSG Mainz 05/Budenheim (27:21) und den TV Beyeröhde (26:21), bei der SG Mainz/Bretzenheim (19:18), dem BSV Sachsen Zwickau (30:21) und dem TV Nellingen (28:25) sowie der 23:32-Niederlage gegen die Neckarsulmer Sportunion wiesen die Flames 12:2 Punkte auf und hatten damit den besten Saisonstart ihrer Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga hingelegt.

Husarenstreiche: Dass die Bensheimerinnen den beiden Bundesliga-Aufsteigern das Wasser reichen konnten, bewiesen sie in eindrucksvoller Manier. Die Hornets aus Nellingen bezwangen sie nicht nur am 24. Oktober in der Sporthalle Ostfildern mit 28:25, sondern auch am 27. Februar mit 29:27 in der Weststadthalle. Am 13. Februar brachten die Bauer-Schützlinge Meister Neckarsulm mit 26:23 die einzige Heimniederlage bei.

Angstgegner: Gleich gegen drei Mannschaften blieben die Flames ohne Punktgewinn - gegen die TG Nürtingen (Heim 19:22; Auswärts 22:27), SV Union Halle-Neustadt (25:31; 32:35) und die SG Herrenberg (23:24; 29:38).

Neuzugänge: Als Volltreffer erwies sich Ivana Sazdovski, die sich bei der Konkurrenz schnell Respekt verschaffte. Obwohl die mazedonische Nationalspielerin in den letzten fünf Begegnungen wegen einer Fußverletzung fehlte, belegte sie mit 148/70 Treffern Platz 15 in der Torschützinnenliste der 2. Bundesliga, in der Verena Breidert (TG Nürtingen) mit 294/87 Treffern zur souveränen Nummer eins avancierte. Alexandra Tinti, die vom Drittligisten HSG Freiburg den Sprung in die 2. Liga wagte, lieferte nach Anfangsschwierigkeiten eine starke Rückrunde ab, öffnete immer wieder die Lücken und holte den einen oder anderen Siebenmeter heraus. Die zweite neue Kreisspielerin, Ida Jespersen, blieb hinter den Erwartungen zurück, spielte nur sporadisch und kehrt nun in ihre dänische Heimat zurück. Josephine Körner war im Sommer vergangenen Jahres mit großen Erwartungen von der TSG Ketsch nach Bensheim gekommen. Die frühere Jugend-Nationalspielerin blieb ohne Zweitliga-Einsatz, nachdem sie sich einer Sprunggelenksoperation hatte unterziehen müssen.

Zuschauer, Heimspiele: 8332. - Auswärtsspiele: 6386. - Im Ranking belegt die HSG Bensheim/Auerbach mit durchschnittlich 555 Besuchern pro Heimspiel Platz drei der Liga. Zuschauerkrösus in der 2. Frauen-Bundesliga ist die Neckarsulmer Sportunion (977) vor dem TV Nellingen (636). Insgesamt 108 802 Zuschauer sahen die 240 Partien bei. Das entspricht einem Durchschnitt von 453 Besuchern pro Begegnung.

Die Entscheidungen: Aufsteiger in die Bundesliga: Neckarsulmer Sportunion, TV Nellingen. - Absteiger in die 3. Liga: SG Kirchhof, SG Mainz-Bretzenheim, Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern (keine Lizenz für die 2. Liga beantragt). Kein vierter Absteiger, da Erstliga-Absteiger Reinickendorfer Füchse Berlin ebenfalls keine Zweitliga-Lizenz beantragt hat. - Aufsteiger in die 2. Liga: HSG Hannover-Badenstedt (Nord), HSG Kleenheim (West), TuS Lintfort (Zweiter West) und TSG Ketsch (Süd). rs

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 21.05.2016

Heimpleite zum Abschluss: Flames verfehlen Saisonziel

  • Freigegeben in Bundesliga

Mit der 25:31-Niederlage gegen Halle-Neustadt rutscht HSG Bensheim/Auerbach aus den Top 5 der 2. Liga

Der 30. und letzte Spieltag in der 2. Frauenhandball-Bundesliga verlief für die HSG Bensheim/Auerbach enttäuschend. Die Flames verloren vor 530 Zuschauern in der Weststadthalle das "Endspiel" um Platz vier gegen den nicht gerade auswärtsstarken SV Union Halle-Neustadt deutlich mit 25:31 (14:16) und rutschten dadurch sogar auf Tabellenplatz sechs in der Abschlusstabelle ab. In die Kategorie "erfolgreich" kann die Saison damit nicht gerade eingeordnet werden, wurde das Saisonziel (Position eins bis fünf) letztlich verfehlt.

Dass Bensheim über eine halbe Stunde ohne vier seiner fünf Top-Torschützinnen auskommen musste, mag sicherlich eine Rolle bei der zwölften Niederlage gespielt haben. Nach Ivana Sazdovski und Romana Grausenburger musste auch Sanne Hoekstra nach acht Minuten wegen einer Fußverletzung passen, Pia Hildebrand trat wegen einer leichten Gehirnerschütterung - bis auf zwei Siebenmeter - erst ab Minute 40 in Aktion. Letztlich war der Erfolg der vor allem im zweiten Durchgang selbstbewusst und ballsicher agierenden Wildcats verdient, die fehlende Effektivität und Konzentration beim Torabschluss wurde den Flames einmal mehr zum Verhängnis. Vor allem die unermüdliche Lisa Friedberger, die auf der linken Seite Akzente setzende Carmen Moser und Torhüterin Pauline Radke wehrten sich lange gegen die Heimpleite.

"Wir haben eigentlich ganz gut reingefunden. Auch das Spiel mit zwei Kreisläuferinnen hat gut geklappt und schöne Lücken gezogen. Letztlich haben wir es aber nicht geschafft, Zugriff in der gegnerischen Abwehr zu finden und waren zu passiv in den Eins-gegen-eins-Situationen. Dass wir wie schon in den letzten Spielen viele freie Bälle verworfen haben, das rächt sich halt", betrieb ein enttäuschter HSG-Coach Florian Bauer Ursachenforschung.

"Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die trotz der vielen Verletzten großartig gekämpft und ihre beste Abwehrleistung seit langer Zeit geboten hat. Von Torhüterin Anne Voigt ist eine gute Ausstrahlung ausgegangen", freute sich Jörgen Gluver. Dem Cheftrainer des SV Union imponierte bei der HSG Lisa Friedberger und Martha Logdanidou.

Die Wildcats hatten sich angesichts des Fehlens von gleich sieben Spielerinnen nur als Außenseiter gesehen. Die 2:0-Führung der Flames nach 84 Sekunden war auch vielversprechend, doch die Gäste deuteten schnell ihre Klasse an und machten aus einem 10:11 (19.) eine 16:13-Pausenführung. Nach dem Treffer durch Hildebrand 40 Sekunden nach ihrer Einwechslung zum 19:22 (40.) lief bei der HSG nichts mehr zusammen. In der Schlussphase wurden sie von den treffsicheren Eileen Uhlig, Martyna Rupp sowie den Zwillingen Stefanie unbd Jacqueline Hummel regelrecht vorgeführt.

HSG Bensheim/Auerbach: Radke, Bohneberg - Ernsberger, Mößinger (3), Schmitt, Logdanidou (2), Jespersen (2), Hoekstra, Friedberger (5), Bartaseviciene (3), Tinti (1), Hildebrand (6/3), Moser (3).

Haupttorschützinnen von Halle: Uhlig (9/5), Stefanie Hummel (6), Rupp (6).

Schiedsrichter: Drechsler/Hutner (Fürstenfeldbruck/Dietmannsried). - Zeitstrafen: Jespersen, Hoekstra, Hildebrand, Moser / Rupp (2), Steenholt Sörensen, Thieme. - Siebenmeter: 4:6 (verwandelt 3:5).

Der "Spielfilm": 2:0 (2.), 4:3 (6.), 7:7 (14.), 10:9 (18.), 11:13 (24.), 12:15 (25.), 14:16-Halbzeitstand; 17:17 (34.), 18:19 (35.), 19:22 (40.), 20:24 (42.), 21:27 (49.), 22:29 (52.), 24:30 (56.), 25:31-Endstand. rs

© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 17.05.2016

Saison-Finale im Zeichen des Abschieds

  • Freigegeben in Bundesliga

Fünf Spielerinnen und Trainer Bauer werden heute bei den Flames verabschiedet / Ingrida Bartaseviciene bleibt in Bensheim

Das letzte Punktspiel in der 2. Frauenhandball-Bundesliga bedeutet für die HSG Bensheim/Auerbach auch immer Abschied zu nehmen von Leistungsträgerinnen und Publikumslieblingen. Dies ist in diesem Jahr nicht anders, kehren doch gleich fünf Spielerinnen den Flames den Rücken.

Carmen Moser (zurück zur TSG Ketsch), Pia Hildebrand (zurück zur SGH Rosengarten), Romana Grausenburger (FSG Mainz 05/Budenheim), Ida Jespersen, die in ihre dänische Heimat zurückkehren wird, und Ingrida Bartaseviciene (Junior-Flames) werden im Rahmen des Heimspiels gegen den SV Union Halle-Neustadt am heutigen Samstag, 18 Uhr, in der Weststadthalle noch einmal gebührend gewürdigt. Auch Trainer Florian Bauer wird nach zwei Jahren sein Gastspiel bei der HSG Bensheim/Auerbach beenden.

Den größten Verlust für die Flames stellt sicherlich Pia Hildebrand dar, die sich in der Rückrunde sowohl als Spielmacherin als auch als Top-Shooterin empfahl. "Es war eine aufregende Zeit für mich in Bensheim. Alles begann für mich 2013 mit der Bundesliga. Für mich persönlich war es eine schöne Erfahrung, gegen die besten Mannschaften Deutschlands spielen zu dürfen. Leider sind wir am Ende abgestiegen", blickt die bislang 107 Mal erfolgreiche Rückraumspielerin auf ihre Premieren-Saison im Flames-Trikot zurück.

"Achterbahnfahrt" mit Verletzung

"Meine zweite Saison war wie eine Achterbahnfahrt für mich. Viele kleine Verletzungen haben mich zurückgeworfen, doch ich bin immer wieder aufgestanden. Das war kein leichtes Jahr für mich. Meine dritte Saison ging ich dann wieder mit voller Energie an. Leider brachte sie nicht immer die erhofften Ergebnisse für meine Mannschaft. Es hätte durchaus der eine oder andere Sieg mehr sein können. Für mich war ganz wichtig, dass ich in der Rückrunde zu meiner alten Stärke zurückgefunden habe. Ich werde jedenfalls alles dafür tun, dass wir unser letztes Heimspiel gegen Halle-Neustadt gewinnen. Das wäre ein schöner Abschluss für uns alle", beleuchtet die 24-Jährige noch einmal die beiden letzten Spielzeiten.

Der Abschied fällt Pia Hildebrand nicht ganz leicht, wenngleich sie sich schon darüber freut, wieder näher bei der in Schwedt/Oder lebenden Familie sein zu können. "Ich wollte mich noch bei den Fans für ihre Unterstützung, die sie der Mannschaft und mir haben zukommen lassen, bedanken. Ich nehme jedenfalls eine schöne Lebenserfahrung mit, die mir keiner mehr nehmen kann", klang nach dem Training am Dienstag etwas Wehmut aus ihren Worten.

Weniger erfolgreich verlief für Ida Jespersen ihr Gastspiel bei der HSG Bensheim/Auerbach, was in erster Linie ihre Einsatzzeiten anbelangt. "Ich hatte mir mehr erhofft, als ich im vergangenen Jahr zu den Flames kam. Dass meine Vorstellungen nicht realisiert wurden, lag auch an mir und an vielen Dingen wie zum Beispiel der Sprache. Ich wollte eigentlich immer spielen, was mir aber nicht gelungen ist", übte die dänische Kreisläuferin (27 Saisontore) rückblickend auch Selbstkritik.

Lobende und tröstende Worte für ihre am Donnerstag das 21. Lebensjahr vollendende Mannschaftskameradin fand Anja Ernsberger, die als Dolmetscherin fungierte: "Ich habe Ida als sympathischen und witzigen Menschen kennengelernt. Bei ihrem nächsten Verein funktioniert es sportlich hoffentlich besser für sie."

Wiedersehen schon am 10. September

Romana Grausenburger beendet bereits ihr zweites zweijähriges Gastspiel bei den Flames. "Ich fand es schön, wieder zurückzukommen. Ich wurde von allen willkommen geheißen. Ich habe mich in Bensheim sofort wieder wohlgefühlt", erinnert sich die österreichische Nationalspielerin gerne an ihre Rückkehr nach Bensheim.

Licht und Schatten registrierte Grausenburger während der nun ausklingenden Saison 2015/16: "Wir haben viele Spiele liegengelassen, die wir eigentlich hätten gewinnen müssen - überwiegend gegen Gegner, die wir von der Papierform her hätten schlagen müssen. Immerhin haben wir aber gegen die Bundesliga-Aufsteiger Neckarsulmer Sportunion und TV Nellingen sechs Punkte geholt. Das ist schon super. So gesehen ist es schon ärgerlich, dass nicht die HSG Bensheim/Auerbach auf dem zweiten Tabellenplatz steht. Wenn man den besten Mannschaften Paroli bietet, dann kann man letztlich auch zufrieden sein. Und auch die Fans standen hinter uns."

Und warum verhinderten die wenig konstanten Leistungen ein besseres Abschneiden der HSG Bensheim/Auerbach? "Das ist schwer zu beurteilen. Entscheidend war auch, dass wir viele Begegnungen nicht konzentriert zu Ende spielen konnten. Das muss man aber, um konstant erfolgreich zu sein", betreibt die nach ihrer Knieoperation derzeit außer Gefecht gesetzte Romana Grausenburger Ursachenforschung.

"Meine Entscheidung, mich der FSG Mainz 05/Budenheim anzuschließen, ist richtig. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit den Flames, wenn ich mit meinem neuen Klub am 10. September in die Weststadthalle zurückkehre", gibt die 63 Mal erfolgreiche Rechtsaußen zu. rs

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 14.05.2016

Jetzt bekommen die Flames doch noch ein Endspiel

  • Freigegeben in Bundesliga

Gegen den direkten Konkurrenten Halle-Neustadt geht es um Platz vier im Abschlussklassement

Vor dem letzten Spieltag in der 2. Frauenhandball-Bundesliga sind zwar bereits alle Entscheidungen gefallen, dennoch steht die HSG Bensheim/Auerbach noch einmal vor einem "Endspiel". Am Samstag ab 18 Uhr geht es für die Flames um Platz vier im Abschlussklassement: In der heimischen Weststadthalle treffen sie auf den Tabellennachbarn SV Union Halle-Neustadt, der ebenfalls 34:24 Punkte, aber das um 13 Treffer bessere Torverhältnis aufweist, und gegen den man sich durch den 17. Saisonsieg Tabellenplatz vier zurückholen will.

Beide Teams legten zuletzt nur wenig Konstanz an den Tag. Während bei den Gastgeberinnen wenig zusammenlief, gewannen die Wildcats die letzten fünf Heimspiele - zuletzt 29:27 gegen die FSG Mainz 05/Budenheim -, verloren aber dreimal in Folge in der Fremde. Mit 8:20 Punkten belegt Halle-Neustadt aktuell Platz neun in der Auswärtstabelle, die Flames mit 20:8 Zählern Position sieben in der Heimtabelle.

"Wir müssen auf jeden Fall unsere Chancenverwertung verbessern und möglichst fehlerfrei in der Vorwärtsbewegung spielen. Wir wollen unseren Fans attraktiven Handball bieten und unseren verdienten Spielerinnen, die uns nach Saisonende verlassen werden, einen schönen Abschied ermöglichen", fordert Florian Bauer vor diesem sicherlich interessanten Vergleich.

"Wir bekommen es am Samstag mit einem starken Gegner zu tun, der fast immer an der 30-Tore-Marke kratzt und mit Jacqueline Hummel, Helena Egelund Mikkelsen und Eileen Uhlig über einen eminent gefährlichen Rückraum verfügt. Diese drei Spielerinnen bilden zusammen mit Stefanie Hummel eine Vierer-Achse, deren Räume es einzuengen gilt", fordert der HSG-Trainer. Und recht hat er, denn die Wildcats weisen mit 868 Treffern die zweitbeste Offensivabteilung des Klassements auf. Eileen Uhlig traf 176/75, Stefanie Hummel 138/2, Helena Egelund Mikkelsen 135/2 und Jacqueline Hummel 117 Mal.

Die bislang 86 Mal erfolgreiche Polin Martyna Rupp wird derweil in der Weststadthalle ihr Abschiedsspiel im Union-Trikot bestreiten. Derweil wurde mit Patricia Puskasova vom Drittligisten HSG Osterode ein Neuzugang präsentiert.

Die mit 148/70 Treffern nach wie vor beste Bensheimer Shooterin Ivana Sazdovski zog sich bei der 29:38-Niederlage bei der SG Herrenberg einen Kapselriss zu und wurde zuletzt schmerzlich vermisst. Noch immer kann sie den lädierten Fuß nicht schmerzfrei belasten. "Leider kann ich auch gegen Halle-Neustadt noch nicht spielen. Doch die Mädels werden auch ohne mich gewinnen, da bin ich mir ganz sicher", drückte die mazedonische Nationalspielerin ihren Mannschaftskameradinnen ganz fest die Daumen. Auch für Romana Grausenburger, die am Dienstag - genau wie Ivana Sazdovski - ein leichtes, individuelles Training absolvierte, wird es am Samstag keinen Einsatz mehr geben.

Seit 2006 standen sich die beiden Kontrahenten elfmal gegenüber, wobei die Bilanz mit acht Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen eindeutig für die Flames spricht. Im Hinspiel am 16. Januar mussten sich die Schützlinge von Florian Bauer mit 32:35 geschlagen geben.

Junior-Team stellt sich auf Landesliga ein

Trotz der tollen Aufholjagd und 654 Treffern (die drittmeisten aller Teams) muss die HSG Bensheim/Auerbach II als Tabellenneunter wohl aus der Frauenhandball-Oberliga Hessen absteigen. Dahingehend gibt sich Martin Schwarzwalde keinen großen Illusionen mehr hin. "Es ist wohl so, dass wir in der kommenden Saison in der Landesliga Süd spielen müssen. Es sei denn, es geschieht noch ein Wunder", musste der Coach der Junior-Flames eingestehen.

Da Absteiger HSG Sulzbach/Leidersbach die (vorsorgliche) Relegation der Tabellenelften der 3. Liga gegen den HSV Solingen-Gräfrath verloren hat und somit in die Oberliga kommt, müssten bis zum 30. Juni schon zwei Vereine auf ihr Startrecht in der 3. Liga der Frauen verzichten, damit die Junior-Flames weiter in der Oberliga spielen können. Hätte sich Sulzbach/Leidersbach gegen den Tabellenelften der 3. Liga West behauptet, dann wäre es "nur" ein Verein gewesen.

Und in den Landesliga-Spielplan für die Saison 2016/17 wurde die Reserve des Bensheimer Zweitligisten, die 2011 aus der 3. Liga Süd abgestiegen war, auch schon aufgenommen. Sein erstes Punktspiel müsste das Team um den internen Neuzugang Ingrida Bartaseviciene dann am 17. September bei der FSG Dieburg/Groß-Zimmern bestreiten. rs

© Bergsträßer Anzeiger, Donnerstag, 12.05.2016

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